Nürnberg - Die Vorgabe ist klar, doch nach den schwachen Auftritten in der Fußball-Bundesliga steht Schlusslicht 1. FC Nürnberg auch im DFB-Pokal am Scheideweg.
Ich persönlich würde gerne im Pokal überwintern, das ist mein Ziel, hatte Trainer Wolfgang Wolf vor der Saison das Pokal-Viertelfinale angepeilt. Nun kommt Zweitligist Dynamo Dresden ins Frankenstadion - doch was auf dem Papier nach einer leichten Aufgabe auf dem Weg ins Achtelfinale aussieht, veranlasst Wolf dazu, warnend den Zeigefinger zu heben. Wir haben am Dienstag ein ganz, ganz schweres Spiel gegen Dresden.
Nicht zuletzt nach der jüngsten 2:3-Pleite gegen Arminia Bielefeld dürften beim Erstligisten bange Erinnerungen an die Pokal-Pleite vor einem Jahr wach werden. Couragiert war der damalige Aufsteiger in die Bundesliga gestartet und hatte nach fünf Spielen sechs Punkte auf dem Konto - so viele wie in dieser Saison als Tabellenletzter nach zehn Partien. Doch dann kam das Pokal-Aus gegen Zweitligist LR Ahlen: 2:0 führte der Club in der 2. Hauptrunde bereits gegen den Außenseiter, doch am Ende siegten die Gäste 3:2 nach Verlängerung.
Nach zuletzt neun Gegentoren in nur zwei Spielen ist vor allem die FCN-Defensive total verunsichert. Das darf einfach nicht passieren, meinte Lars Müller nach dem Last-Minute-Rückschlag gegen Bielefeld deprimiert. Man darf am Ende nicht mehr so einbrechen, schrieb auch Wolf vor allem seiner jungen Abwehr ins Stammbuch - und blickte düster in die Zukunft: Mit dem Abwehrverhalten steigen wir ab.
Doch auch beim Gegner aus Sachsen ist die Lage nach starkem Liga-Start inzwischen alles andere als rosig. Am 4. Spieltag stand Dynamo auf einem Aufstiegsplatz, nach zuletzt sechs Partien ohne Sieg ist man aber bedrohlich abgesackt. Man stecke mitten im Abstiegskampf, sagt Trainer Christoph Franke - und hat auch wegen vieler Verletzter kaum Hoffnung auf einen Pokal-Coup. Wir werden versuchen, zumindest so gut wie möglich zu spielen und unsere geringe Chance zu nutzen.
Allen Diskussionen zum Trotz dürfte Club-Coach Wolf selbst eine erneute Pleite schadlos überstehen. Wir machen unsere Entscheidungen nicht von einzelnen Ergebnissen abhängig, betonte Präsident Michael A. Roth. Der Trainer ist schuldlos an der Situation. Dafür sieht Sportdirektor Martin Bader nun die Spieler in der Pflicht: Die Mannschaft muss jetzt in Vorleistung treten, um die bitteren zwei Minuten gegen Bielefeld vergessen zu lassen.
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