Nürnberg - Auch ohne Torjäger Roy Makaay hat der FC Bayern München seinen 24 Jahre alten Bundesliga-Rekord eingestellt und mit dem 13. Sieg in Serie die Tabellenführung behauptet.
Der deutsche Fußball-Meister wurde im bayerischen Derby beim 1. FC Nürnberg vor 46 939 Zuschauern im ausverkauften Frankenstadion mit einem hart erkämpften 2:1 (1:1)-Erfolg seiner Favoritenrolle gerecht. Mit dem vierten Saisonsieg, mit dem die Münchner ihre Liga- Bestmarke von ebenfalls 13 Siegen zwischen dem 4. April und 8. September 1981 egalisierten, feierten sie zugleich eine erfolgreiche Generalprobe für den Champions-League-Start beim österreichischen Meister Rapid Wien. Zum Glück ist der Rekord eingestellt, und ich hoffe, nächste Woche gegen Hannover wird er überboten, sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge, der 1981 noch selbst spielte.
In Abwesenheit des am Knie verletzten Makaay (6 Saisontore) sorgten Paolo Guerrero (21. Minute) und Nationalspieler Michael Ballack (60.) mit dem Siegtreffer per Kopf für den Zittersieg (Trainer Felix Magath) des Rekordmeisters. Ohne Torschützenkönig Marek Mintal (Bänderriss) gingen die leidenschaftlich kämpfenden Nürnberger zwar nach einem groben Patzer von Nationaltorhüter Oliver Kahn, dem ein Freistoß von Javier Horacio Pinola (19.) durch Arme und Beine rutschte, überraschend in Führung. Die größere Qualität der Bayern setzte sich aber am Ende doch durch. Ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf, wir haben einfach nicht das Glück im Moment, meinte Club-Trainer Wolfgang Wolf. Mit nur einem Zähler blieben die Franken trotz ihrer besten Saisonleistung Tabellenvorletzter.
Ohne großes Abtasten nahm die Partie sofort Fahrt auf. Mit hohem Tempo und körperbetont ging es zur Sache und eine Vielzahl von Torchancen auf beiden Seiten sorgte für hohen Unterhaltungswert. Die Nürnberger steckten auch den kurzfristigen Ausfall von Robert Vittek (Knie) gut weg, zumal U 21-Nationalspieler Stefan Kießling als Ersatz im Angriff sehr agil war. Die Bayern - erstmals mit Nationalspieler Bastian Schweinsteiger - hatten insgesamt mehr Mühe als erwartet. Gerade zu Beginn hatten wir große Probleme, monierte Magath.
Schon nach zehn Minuten hätte es 2:2 stehen können. Doch es dauerte bis zu Pinolas Freistoß aus halblinker Position, bei dem Kahn sehr unglücklich agierte: Ich sehe den Ball nicht und kann so nicht reagieren, rechtfertigte sich Kahn. Auch sonst machte er keinen souveränen Eindruck, irrte sogar einmal hilflos, aber ungestraft außerhalb des Strafraums herum. Wenigstens in der Schlussminute war der Nationaltorhüter bei einem Kopfball von Markus Daun zur Stelle.
Die Nürnberger hatten das Pech, dass ihre Führung nur zwei Minuten währte. Makaay-Ersatz Guerrero war nach einem energischen Vorstoß des überragenden Lucio mit einem platzierten Flachschuss erfolgreich. Ab dem 1:1 haben wir es besser gemacht, kommentierte Magath. Ballacks Kopfball-Siegtreffer nach Freistoß von Willy Sagnol roch allerdings nach Abseits.
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