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Kein nachhaltiger WM-Effekt für Bundesliga | 2005-09-13


Hamburg - Die Fußball-WM 2006 hat nach Ansicht der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte keine nachhaltige positive Wirkung für das Sponsoring in der Bundesliga.

In diesem Jahr und in der Folgesaison sei der Effekt in diesem Bereich zwar noch zu spüren, sagte Stefan Ludwig, Senior-Manager von Deloitte, bei einem Vortrag in Hamburg. Doch die kleineren Clubs, die derzeit mit auf der Welle schwimmen, müssen sich danach strecken, um die selben Einnahmen weiter zu generieren. Deloitte legt seit 1992 jährlich eine Studie über die Finanzdaten der Vereine in den europäischen Topligen vor.

Bei den Sponsoringeinnahmen von 333 Millionen Euro (Stand: Saison 2003/2004) sind die 18 Bundesliga-Clubs im Vergleich zu den anderen europäischen Topligen in England, Italien, Spanien und Frankreich die Nummer eins. Der Anteil der Sponsoringgelder am Gesamtumsatz der deutschen Elitevereine ist mit 31 Prozent so hoch wie in keiner anderen Liga.

Ludwig warnte daher mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen um die TV-Rechte an der Bundesliga erneut vor einer Verknappung des Angebots im frei zugänglichen Fernsehen zu Gunsten des Pay-TV-Senders Premiere. Das könne zu negativen Folgen im Sponsoring führen. Einige Sponsoren haben schon angekündigt, bei einer extremen Verknappung ihr Engagement zu überdenken, meinte Ludwig.

Auch die Zahlungen aus dem Free-TV würden geringer ausfallen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die CLubs würden sich sicherlich darüber Gedanken machen. Premiere muss richtig was auf den Tisch legen, um die Verknappung zu bezahlen.

Derzeit erhalten nur die 18 Erstliga-Clubs aus dem laufenden TV-Vertrag jährlich knapp über 200 Millionen Euro, für die zu zwei Drittel Premiere aufkommt. Damit liegt die Bundesliga am unteren Ende der europäischen Spitzenligen. Zum Vergleich: Die englische Premiere League erhielt 2003/2004 884 Millionen Euro aus der TV-Vermarktung. Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß haben für den gesamten Profi-Fußball 500 Millionen Euro als Ziel beim kommenden Rechtepoker genannt.

Ludwig riet allerdings, den Schlüssel bei der Verteilung der TV-Gelder unter den Clubs der 1. und 2. Bundesliga zu überdenken. Das ist nicht mehr zeitgemäß, meinte er. Er verwies auf das Beispiel in England. Dort erhalten die Clubs einen Sockelbetrag. Weitere Zuwendungen aus dem TV-Geldpott sind abhängig von der Fernsehpräsenz. Die Attraktivität der Topmarken würde somit berücksichtigt.

Wirtschaftlich stellte Ludwig der Bundesliga insgesamt ein gutes Zeugnis aus, was sich schon in der von Deloitte im Juni vorgestellten Studie über die Finanzdaten der Clubs in den fünf europäischen Topligen für die Saison 2003/2004 gezeigt hatte. Die englische Premiere League und die Bundesliga arbeiteten als einzige der Spitzenligen rentabel.

Bei einem Umsatz, bereinigt um die Transfererlöse, von knapp 2 Milliarden Euro (2002/2003: 1,857) erwirtschafteten die 20 Premier- League-Clubs einen Gewinn von 223 Millionen Euro (185). Von Einnahmen in Höhe von 1,058 Milliarden Euro (1,108) blieben bei den 18 Bundesligisten noch rund 52 Millionen übrig (138).

Die Teams in Italien machten bei einem Umsatz von 1,153 Milliarden Euro (1,162) ein Minus in Höhe von 341 Millionen Euro (381). In Frankreich blieb von 655 Millionen Euro Umsatz (689) nichts übrig, stattdessen fehlten den Vereinen am Saisonende 102 Millionen Euro (61). Aus Spanien lagen keine Gewinn-und Verlust-Angaben vor.


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