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Kaiserslautern erfreut sich an Nullnummer | 2005-09-18


Bielefeld - Michael Henke machte gute Miene zum trostlosen Spiel. Anders als die gelangweilten Zuschauer gewann der Trainer des 1. FC Kaiserslautern der ersten Nullnummer der 43. Bundesliga-Saison positive Seiten ab.

Die Standfestigkeit seiner in den Wochen zuvor wankenden Abwehr tröstete ihn über das unansehnliche 0:0 bei Arminia Bielefeld hinweg. Schließlich blieb seiner Mannschaft eine Woche nach der 1:5-Heimschlappe gegen Werder Bremen eine weitere Lehrstunde erspart. Man muss den Hebel da ansetzen, wo es brennt, rechtfertigte Henke die ängstliche Vorstellung seiner Mannschaft.

Nach 12 Gegentreffern in vier Bundesliga-Spielen hatte der Fußball-Lehrer seiner Mannschaft eine defensivere Gangart verordnet. Mit zwiespältigem Erfolg: Vor 16 684 Zuschauern in der Schüco-Arena ließen die Gäste zwar kaum Chancen der Bielefelder zu, vernachlässigten allerdings ihr Spiel nach vorn. Diese destruktive Spielweise verleidete nicht nur Roland Kentsch den Fußball-Nachmittag. Haben die überhaupt einmal auf unser Tor geschossen, fragte der Bielefelder Geschäftsführer mit sarkastischem Unterton nach dem erlösenden Schlusspfiff von Schiedsrichter Wolfgang Stark (Landshut), ich kann mich nicht daran erinnern.

Diese Kritik ließ die Pfälzer kalt. Auf spielerische Finesse konnte Trainer Henke nach dem Rückschlag gegen Bremen gut verzichten. Mit der Null hinten bin ich sehr zufrieden. Das ist für uns ja keine Selbstverständlichkeit. Dieser kühle Pragmatismus soll allerdings nicht zur Regel werden. Mit Blick auf das kommende Derby gegen den bisher punktlosen FSV Mainz kündigte Ciriaco Sforza mehr Mut im Spiel nach vorn an. Einen ähnlichen Harakiri-Fußball wie im vorigen Heimspiel darf es nach Meinung des Regisseurs allerdings nicht mehr geben: Unsere Devise für die Saison muss sein, Disziplin von der ersten Minute an zu haben.

Allerdings trugen auch die Arminen kaum zu einem höheren Unterhaltungswert der Partie bei. Nur bei Möglichkeiten von Isaac Boakye (22.), Sibusiso Zuma (50.) und Radomir Dalovic (52.) war durchdachtes Offensivspiel erkennbar. Die Auswechselbank der Ostwestfalen gibt nicht genügend her, um das Fehlen solcher Leistungsträger wie Petr Gabriel, Rüdiger Kauf und Fatmir Vata kompensieren zu können. Folgerichtig geht das lange Warten auf den ersten Heimsieg über Kaiserslautern seit 1983 weiter. Das schmerzte vor allem Trainer Thomas von Heesen: Es ist schwer, gegen eine Wand zu spielen. Was dem Spiel gefehlt hat, war ein Tor.


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