Wolfsburg - Erst gescholten, nun gefeiert: Markus Schroth hat dem 1. FC Nürnberg mit seinem Tor zum 1:1 (0:1) beim VfL Wolfsburg zwar nicht zum sehnlichst erwarteten ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga verholfen, aber immerhin neue Hoffnung gegeben.
Der erste Treffer des früheren Kapitäns nach achtmonatiger Ladehemmung ließ eine aufkeimende Trainerdiskussion bei den Franken aber vorerst verstummen. Das Tor habe ich ihm gegönnt. Markus hat von allen Spielern in den vergangenen Wochen am meisten Prügel einstecken müssen, meinte Trainer Wolfgang Wolf erleichtert.
Der 47 Jahre alte Fußball-Lehrer hatte mit der Einwechslung von Schroth bereits in der Halbzeitpause eine glückliche Hand, auch wenn sich das erst zwei Minuten vor dem Abpfiff herausstellen sollte. Mit dem Routinier, der den schwachen Robert Vittek ablöste, ergriffen die Gäste die Initiative, erspielten sich gegen die inaktiven Hausherren Chance um Chance und wurden schließlich belohnt, als kaum mehr jemand daran glaubte. Das Quäntchen Glück haben wir uns redlich verdient, konstatierte Thomas Paulus völlig zu Recht.
Paulus lieferte mit seinem ebenfalls erst 23 Jahre jungen Innenverteidiger-Kollegen Andreas Wolf eine souveräne Vorstellung ab und leistete sich nur einen Patzer, der zum frühen 0:1 (16.) durch Diego Klimowicz führte. Da haben wir geschlafen. Aber ansonsten haben wir da weitergemacht, wo wir gegen Bayern München aufgehört haben, meinte Paulus. Und machte sich wie der gesamten Mannschaft Hoffnung, dass die negative Serie schon im nächsten Heimspiel gegen Vizemeister Schalke 04 ein Ende haben könnte.
Das wünscht sich natürlich auch Wolf und glaubt, an seiner einstigen Wirkungsstätte gute Argumente für den Aufschwung gesehen zu haben. Seit zwei Wochen legt die Mannschaft eine andere Einstellung an den Tag. Nur mit einem Spieler muss ich noch ein Wörtchen reden, kündigte Nürnbergs Coach an. Den Namen nannte er nicht, hat aber offensichtlich Vittek im Auge, der ohne seinen wegen einer Knöchelverletzung fehlenden Sturmpartner Marek Mintal völlig neben den Schuhen stand und bereits zur Pause duschen gehen durfte.
Gesprächsbedarf hat auch Wolfs Kollege Holger Fach, dessen neu formierte Elf vor 15 847 enttäuschten Zuschauern in der nur zur Hälfte gefüllten Volkswagen Arena beinahe alles schuldig blieb. Im Gegensatz zu Wolfgang war mir klar, dass wir nicht gewinnen können, wenn wir uns so abwartend und ängstlich dahin stellen, kritisierte er und legte mit Blick auf vermeintliche Leistungsträger nach. Es wundert mich kolossal, dass wir so viele erfahrene Spieler in unseren Reihen haben, die in Stress-Situationen so kopflos reagieren. Daran müssen wir schnellstens arbeiten.
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