Mönchengladbach - Mit einem Doppelschlag in sieben Minuten hat Borussia Mönchengladbach ein schon verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer gerissen und Werder Bremen die erste Saisonniederlage in der Fußball-Bundesliga beigebracht.
Die allzu sorglos spielenden Hanseaten wurden nach der Pause von einer großartigen Steigerung der Gladbacher überrascht und kassierten durch Thomas Broich (53.) und ein Eigentor ihres Kapitäns Frank Baumann (59.) eine dumme Pleite. Vor 40 251 Zuschauern waren die Bremer im Borussen-Park stark gestartet und schienen nach Jelle van Dammes erstem Tor für Werder (21.) die Negativ-Serie in Gladbach beenden zu können.
Wir waren wie gelähmt in der ersten Hälfte und haben unheimlich schlecht gespielt. Aber dann hat die Mannschaft das umgesetzt, was ich von ihr erwartet habe, sagte Grandbachs Trainer Horst Köppel, der sich drei Tage nach der Pleite in Köln und den Diskussionen um seine Position selbstbewusst zeigte: Die Missverständnisse sind ausgeräumt. Manager Peter Pander meinte: Wir führen keine Trainerdiskussion. Wir wollen unsere Spiele möglichst gewinnen und dann wird sich alles ergeben.
Köppel hatte für Thomas Helveg und Filip Daems den Luxemburger Jeff Strasser und Thomas Broich gebracht; Marcell Jansen rückte auf der linken Seite zurück in die Viererkette. Im Mittelfeld durfte der Ex-Bremer Krisztian Lisztes wieder von Anfang an spielen - bis zur Pause, dann musste er Peer Kluge weichen.
Bei Werder fehlte Abwehrchef Petri Pasanen und überraschend auch Christian Schulz. Für den Nationalspieler kam der Belgier van Damme zum ersten Mal in der Bundesliga von Beginn an in die Mannschaft - und er führte sich perfekt ein. Eine Flanke von Torsten Frings köpfte er unbedrängt an Keeper Kasey Keller vorbei in Gladbacher Tor. Zé Antonio und Milan Fukal schienen die Situation überhaupt nicht erfasst zu haben und ließen van Damme ungehindert gewähren.
Schon früh hätten die Bremer das Spiel vorentscheiden können. Doch sowohl Johan Micoud (7.) mit einem Heber als auch Miroslav Klose (9.) waren zu unentschlossen. Da hätten wir schon mit 0:2 zurückliegen können, sagte Pander. Bremen war in allen Belangen hoch überlegen und konnte im Schongang schalten und walten wie es wollte. Nur zwei Mal wurde die erdrückende Überlegenheit durch Kahe (17./45.) gestört.
Doch nach dem Seitenwechsel war alles anders, und aus dem gellenden Pfeifkonzert wurde ein Jubelchor. Wie verwandelt kamen die Borussen aufs Feld und nach wenigen Minuten bestraften sie die an der Schwelle zur Überheblichkeit spielenden Bremer. Einen Pass des eingewechselten Kluge verwandelte Broich zum Ausgleich und legte damit die Lunte zum folgenden Borussen-Feuerwerk. Für die Führung freilich sorgte Werders Kapitän Baumann, dem ein fatales Eigentor unterlief. Das ist unerklärlich, sagte der geschockte Nationalverteidiger, ich wollte zur Ecke klären.
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