Düsseldorf - Der Rekordmeister versetzt die Bundesliga in Angst und Schrecken. Weil die Konkurrenz patzt und die Fußball-Profis des FC Bayern München wie fast immer zur Wiesn-Zeit besonders selbstbewusst auftreten, droht ein früher Alleingang.
Wir haben im Moment einen Lauf, sagte Manager Uli Hoeneß nach dem glanzlosen 1:0 bei Eintracht Frankfurt. Mit dem 15. Sieg hintereinander bauten die Münchner ihre Rekordserie aus und profitierten zudem von der ersten Niederlage des Champions-League-Teilnehmer und bislang ärgsten Verfolgers Werder Bremen.
Trotz des 1:2 der Norddeutschen bei Borussia Mönchengladbach bleibt Bayern-Chefcoach Felix Magath Zweckpessimist. Ich glaube nicht, dass der Liga Langeweile droht. Die Saison ist noch ziemlich lang, es wird noch schwer werden, sprach der Meister-Macher den Verfolgern Mut zu. Vor 50 000 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Commerzbank-Arena gelang dem Peruaner Paolo Guerrero (72. Minute) der entscheidende Treffer. Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel lobte das Team des Aufsteigers trotz der zweiten Heimniederlage: Wir können erhobenen Hauptes ins Bett gehen.
In Mönchengladbach ließ ein Eigentor von Werder-Kapitän Frank Baumann den Abstand zwischen Bayern und Bremern auf fünf Punkte anwachsen. Eigentlich ist das unerklärlich, sagte der Nationalspieler, ich will den Ball ins Aus klären, treffe ihn aber nicht richtig, und er geht ins Tor. Der Belgier Jelle van Damme (21.) hatte Bremen in Führung gebracht, Thomas Broich (53.) war vor 40 251 Besuchern im Borussia-Park der Ausgleich gelungen. Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs zeigte sich total enttäuscht, wie wir uns in der zweiten Hälfte präsentiert haben. Auch Cheftrainer Thomas Schaaf war restlos bedient: Leider haben wir nach dem Wechsel das Fußballspielen eingestellt und fahren wie so oft mit leeren Händen aus Mönchengladbach nach Hause.
Mit dem ersten Heimerfolg gegen Arminia Bielefeld seit dem 14. März 1998 (3:2) gelang Borussia Dortmund der zweite Saisonsieg. Nach Treffern von Jan Koller (26.) und Ebi Smolarek (83.) vor 62 100 Besuchern herrschte auf dem Platz Harmonie, doch hinter den Kulissen ist die Stimmungslage beim BVB angespannt. Konzern-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wird sein Amt als Schatzmeister des eingetragenen Vereins am 20. November zur Verfügung stellen. Watzke klagte über persönliche Angriffe, der zuletzt erhobene Vorwurf der Ämterhäufung und der Machtkonzentration hätte ihn tief getroffen.
Nach vier Gegentreffern in 23 Minuten attestierte Trainer Ewald Lienen den Profis von Hannover 96 einen kollektiven Blackout, und Nationalspieler Thomas Brdaric sprach sich und seinen Kollegen nach dem 2:4 im Niedersachsen-Derby gegen den VfL Wolfsburg in der ersten Enttäuschung sogar die Erstliga-Reife ab: So haben wir in der Bundesliga nichts zu suchen. Wolfsburgs Neuzugang Mike Hanke (10./14.), Diego Klimowicz (27.) und Andres DAlessandro (33.) sorgten frühzeitig für klare Verhältnisse. Wir haben eine sensationelle erste halbe Stunde gespielt, kommentierte VfL-Trainer Holger Fach die Gala-Vorstellung. Brdaric (30./89.) gelangen vor 31 517 Zuschauern beide Treffer für 96.
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