Budapest/Athen - Lothar Matthäus geht nun doch nicht nach Griechenland, um den Traditionsverein PAOK Saloniki zu trainieren.
In Ungarn habe ich eine Arbeit begonnen, die ich nicht abbrechen möchte, erklärte Matthäus, derzeit Nationaltrainer Ungarns, gegenüber der ungarischen Nachrichtenagentur MTI. Als ich das griechische Angebot ausschlug, das in jeder Hinsicht sehr attraktiv war, habe ich auf mein Herz gehört, fügte er hinzu.
PAOK Saloniki reagierte tief enttäuscht und verärgert. Das Verhalten von Matthäus sei unprofessionell, hieß es in einer Erklärung des nordgriechischen Vereins: Wir hatten sogar seine Flugtickets gezahlt. PAOK werde demnächst alle Details der schriftlich abgesprochenen Vereinbarung bekannt geben, versicherte der Club-Vorstand. Matthäus erklärte den Griechen seine Absage offenbar damit, dass er nicht an der Saisonvorbereitung sowie bei der Verpflichtung der neuen Spieler mitgewirkt hatte. Dies ist lächerlich, hieß es in der Erklärung des Vorstandes.
PAOK-Präsident Giannis Goumenos hatte die Verpflichtung von Matthäus als vollendetes Faktum bekannt gegeben. Der Deutsche ist aber bis Ende des Jahres vertraglich an Ungarn gebunden. Wie er erklärte, sei er bereit, seinen Vertrag in Ungarn zu verlängern. Obwohl die ungarische Nationalelf unter Matthäus gerade die Qualifikation für die Fußball-WM 2006 verfehlt hat, habe ich dieses Land und die Mannschaft lieb gewonnen, sagte Matthäus.
Das Präsidium des Ungarischen Fußball-Verbandes (MLSZ) soll am 13. Oktober über die Weiterverpflichtung von Matthäus entscheiden. Die Kommentatoren in Ungarn teilen weithin die Ansicht, dass das schwache Abschneiden der Nationalmannschaft bei der WM-Qualifikation nicht auf das Konto von Matthäus geht.
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