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Bayern kritisiert Länderspiel-Termine | 2007-09-16


München - Der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München hat sich erneut über zu lange Abstellungszeiten seiner Nationalspieler beklagt und ein Umdenken beim Weltverband FIFA gefordert.

Es ist ein Unding, dass Vereinstrainer zehn, elf Tage auf Spieler verzichten müssen. Ein Kompromiss wäre, dass die Länderspiele Samstag und Dienstag ausgetragen würden, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld in München. Zuvor hatten sich schon Vorstands- Chef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Franz Beckenbauer über die schon mehrfach diskutierte Termin-Politik beklagt.

Als Wahnsinn und Fehler im Spielplan-System bezeichnete Beckenbauer die bisherige Praxis, die zu Touren bis ans Ende der Welt führt und die Spieler zum Teil erst einen Tag vor den Bundesliga- Partien zurück zu den Vereinen bringt. Ich plädiere dafür, dass die Termine der Doppel-Spieltage der Nationalteams rumgedreht werden. Heißt: Die Länderspiele sollten bereits am Mittwoch und am folgenden Samstag stattfinden, sagte der Kaiser in der Bild-Zeitung. Der Vorteil: Die Profis könnten früher zu den Clubs zurück und die Trainer hätten dort spätestens am Montag wieder den Kader zusammen. Hitzfeld hält den Vorschlag seines Vereins-Präsidenten für nicht durchsetzbar. Da wird wohl die FIFA nicht mitspielen, meinte der Coach.

Rummenigge versucht indes, UEFA-Präsident Michel Platini in die Spur zu schicken. Man habe ihn gebeten, dieses Thema bei der FIFA anzusprechen und uns hilfreich zur Seite zu stehen. Denn so kann es nicht weitergehen, sagte Rummenigge in der Münchner Abendzeitung. Ähnlich wie Hitzfeld hofft er auf einen Kompromiss mit dem ersten Spiel am Freitag oder Samstag und der zweiten Partie am Dienstag. Dann hätten die Spieler einen Tag mehr zur Erholung, einen Tag mehr Regeneration, meinte der Vorstands-Chef. Mit dem Deutschen Fußball- Bund (DFB) habe man bei den Belastungen der Auswahl-Kicker ein wunderbares Einvernehmen.

Ein Beispiel für großen Reisestress war der Trip des Argentiniers Martin Demichelis (Bayern München), der in der vergangenen Woche wegen einer Partie in Australien 42 Stunden im Flugzeug unterwegs war. Auch die Brasilianer Diego (Werder Bremen) oder Lucio (Bayern München) kehrten vom Jetlag geplagt von ihren Reisen aus den USA zurück und mussten ohne gezielte Vorbereitung ihre Liga-Partien bestreiten. Die Länderspiel-Reisen hätten laut Hitzfeld 20 Prozent Leistungsvermögen im Bundesliga-Gipfel gegen Schalke 04 (1:1) gekostet.


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