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1:0 in Köln - Hertha beendet Endlos-Pleitenserie | 2005-09-26


Köln - Hertha BSC hat einen goldenen Fußball-Oktober vor sich. Im UEFA-Pokal haben die Berliner gegen APOEL Nikosia die Gruppenphase vor Augen, und in der Bundesliga mischen sie die Etablierten auf.

Es ist unser eigener Anspruch, Großes zu erwarten, sagte Cheftrainer Falko Götz nach dem 1:0 (0:0) bei Aufsteiger 1. FC Köln. Mit einem weiteren Dreier am 8. Spieltag gegen Werder Bremen wäre die Hertha in der obersten Tabellenregion zementiert. Wir sind auf dem besten Weg, und wir wollen dort oben bleiben, formulierte Götz die Zielsetzung.

Es hat den ehemaligen Kölner Spieler Götz gewurmt, dass es für die Hertha 31 Jahre und fünf Monate keinen Sieg mehr in Müngersdorf gab: Es war ein Kitzel, hierher zu kommen und diese Statistik zu tilgen. In der 52. Minute wurde Götz durch seinen Verteidiger Alexander Madlung erlöst: Nach einem Eckball von Yildiray Bastürk stand der 23-Jährige völlig frei und beendete mit seinem achten Treffer im 64. Erstliga-Einsatz die Negativ-Serie. Wenn ich vor das Tor komme, hat es fast immer Punkte gebracht. Und wenn wir jetzt Werder schlagen, können wir weiter oben anknüpfen, ließ auch Madlung das derzeit stark ausgeprägte Berliner Selbstbewusstsein erkennen.

Es war gewiss kein rauschender Auftritt, doch die Berliner agierten vor 48 000 Zuschauern im RheinEnergieStadion klar besser und souveräner als beim 3:2-Mühsal gegen Duisburg. Wir spielen derzeit sicherlich nicht den besten Fußball, aber wir gewinnen - für Niko Kovac heiligt der Zweck die Mittel. Seit fünf Pflichtspielen sind die Berliner jetzt ungeschlagen, vier Siege und ein 0:0 beim FC Schalke 04 sollen die Konkurrenz aus München, Hamburg und Bremen warnen. Mit dieser Mannschaft ist es möglich, oben zu bleiben, meinte Götz.

Doch restlos zufrieden war er nicht. Zu leichtfertig gingen die Hertha-Angreifer mit ihren Chancen um. Eine richtige Spitzenmannschaft gibt den Kölnern zwei, drei Tore mehr mit, sprach der Coach das größte Manko des Auftritts in Köln an. Man hätte den Sack viel früher zumachen müssen, monierte der 43-Jährige, der in seiner zweiten Amtszeit als Hertha-Chefcoach nach dem Intermezzo im Jahr 2002 nur 14 Monate brauchte, um aus einem Wackel-Kandidaten ein Team zu formen, das sich vor niemandem fürchten muss.

Um einen solchen Status bemüht sich auch Aufsteiger Köln. Nach vier Niederlagen in fünf Bundesliga-Spielen, jeweils nur mit einem Treffer Differenz, müssen wir von der Tendenz her aufpassen, bilanzierte Trainer Uwe Rapolder. Manager Andreas Rettig hielt zwar fest, dass wir absolut im Soll sind. Doch zum Selbstläufer werden die Kölner nicht. Torhüter Stefan Wessels: Wir dürfen uns nicht in die Tasche lügen und sagen, die Punkte kommen von allein. Die kommenden drei Partien in Nürnberg, gegen Hannover und bei Mit- Aufsteiger Frankfurt sollen die Richtung weisen.


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