München - In der Chefetage des FC Bayern München ist wieder ein Konflikt zwischen Präsident Franz Beckenbauer und Manager Uli Hoeneß über das Finanzkonzept des deutschen Fußball-Rekordmeisters ausgebrochen.
Manager Hoeneß konterte mit deutlichen Worten die Kritik von Beckenbauer am Sparkurs der Vereinsführung. Ich habe nicht das Gefühl, dass er so genau merkt, was er da sagt. Er sagt es mal so, mal so, damit kann ich nicht viel anfangen, sagte Hoeneß.
Beckenbauer hatte angesichts der anhaltenden Diskussionen um Vertragsverlängerungen den gemeinsam mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge für das Tagesgeschäft verantwortlichen Manager aufgefordert, die Strategie zu überdenken. Wir sind ein Fußballklub und keine Bank. Es nützt ja nichts, wenn das Geld dort rumliegt, sagte der Kaiser der Sport-Bild. Hoeneß und Rummenigge hatten zuvor auch im Poker um Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack stets betont, den Finanzrahmen des Vereins nicht sprengen und auf eine solide, restriktive Transferpolitik setzen zu wollen.
Während Hoeneß stets mit Stolz auf die mit angeblich 120 Millionen Euro prall gefüllten Vereinskonten verweist, will Beckenbauer mehr Geld in das spielende Personal stecken. Im neuen Stadion brauchen wir eine schlagkräftige Mannschaft. Deshalb müssen wir investieren. Und am besten investierst du in die eigenen Spieler, sprach er sich für Vertragsverlängerungen aus.
Hoeneß konterte den Kommentar Beckenbauers. Der Vorstand ist für die Politik des Vereins zuständig, das bleibt auch so. Der Franz ist Aufsichtsratsvorsitzender, mehr nicht. Schon zu früheren Zeiten war es zu Dissonanzen in der Führungs-Troika gekommen, wenn sich Beckenbauer über die Medien in das Tagesgeschäft eingemischt hatte.
Beim FC Bayern laufen im Sommer 2006 zahlreiche Verträge aus, darunter auch die Kontrakte mit den Nationalspielern Oliver Kahn und Sebastian Deisler. Zuletzt hatte Verteidiger Willy Sagnol eine deutliche Gehaltsaufstockung gefordert. Hoeneß wies diese umgehend zurück. Die Spieler meinen wohl, dass sie ihre Späßchen machen und ihre Forderungen öffentlich formulieren können. Sie meinen, dass sie sehr ausgeschlafen sind, aber das sind wir auch. Mal sehen, wer früher ins Bett gegangen ist, sagte er. Nach der vergangenen Saison hatte der FC Bayern die Forderungen von Robert Kovac nicht erfüllt und den Verteidiger ablösefrei zu Juventus Turin ziehen lassen.
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