München - Owen Hargreaves hat nach monatelangen Bemühungen sein Ziel erreicht und darf als teuerster Verkauf der Bundesliga-Geschichte vom FC Bayern München zum englischen Fußball-Meister Manchester United wechseln.
Die Ablösesumme, die Aufsichtsratschef Franz Beckenbauer im Deutschen Sportfernsehen (DSF) mit ein bisschen mehr als 25 Millionen Euro bezifferte, will der deutsche Rekordmeister anscheinend unter anderem in eine sofortige Verpflichtung von WM-Torschützenkönig Miroslav Klose vom SV Werder Bremen investieren.
Der 26-jährige Hargreaves war beim internen Saisonabschluss-Essen der Bayern-Profis mit der Vereinsführung offiziell verabschiedet worden, wie Aufsichtsrats-Mitglied Helmut Markwort tags darauf im DSF-Doppelpass ausplauderte. Es passt alles zusammen, ergänzte Beckenbauer: Der Wunsch des Spielers, und es kommt viel Geld zurück. Der 39-malige englische Nationalspieler Hargreaves, der noch bis 2010 bei den Bayern unter Vertrag stand, hatte bereits seit Saisonbeginn heftig einen Wechsel forciert.
Ein Spieler wie Owen Hargreaves hätte uns in der neuen Saison gut zu Gesicht gestanden, kommentierte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge auf der Internetseite des FC Bayern den erwarteten Wechsel: Auf der Sechser-Position gehört Owen zu den besten Spielern der Welt, das ist für uns ein sportlicher Verlust. Laut Spiegel online soll Hargreaves in Manchester einen Vertrag bis 2011 erhalten, der ihm ein Jahresgehalt von angeblich sieben Millionen Euro beschert.
Hargreaves ist nach Mehmet Scholl, Hasan Salihamidzic, Claudio Pizarro und Ali Karimi der fünfte Abgang beim Rekordmeister. Akteure wie Roque Santa Cruz, Daniel van Buyten, Christian Lell oder sogar Roy Makaay könnten trotz laufender Verträge noch hinzukommen. Das hängt davon ab, welche neuen Stars der FC Bayern nach Jan Schlaudraff (Alemannia Aachen), Hamit Altintop (Schalke 04) und José Ernesto Sosa (Estudiantes de La Plata) noch verpflichtet.
Neben dem als sicher geltenden Transfer von Weltmeister Luca Toni vom AC Florenz scheint auch ein Klose-Transfer schon in diesem Sommer möglich. Es wäre schön, wenn er kommen würde, sagte Beckenbauer, verwies aber beim Zeitpunkt zugleich auf dessen Ablösefreiheit im kommenden Jahr. Der Bayern-Vorstand will aber wohl sofort zuschlagen, wie Markwort erkennen ließ: Es stelle sich die Frage, ob Werder Bremen trotzig bleibe oder für Klose doch Geld haben will.
Bislang hatte die Bremer Vereinsführung einen vorzeitigen Wechsel von Klose innerhalb der Bundesliga kategorisch ausgeschlossen. Der Nationalspieler selbst hatte in Folge eines Treffens mit Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß und Trainer Ottmar Hitzfeld erklärt, seinen bis 2008 laufenden Vertrag beim SV Werder erfüllen zu wollen.
Beckenbauer forcierte die Spekulationen um Klose indirekt mit einer Aussage zum geheimen Neue-Stars-Paket des FC Bayern. Da ist der eine oder andere dabei, wo man sagt: Hoppla! Im Gespräch ist weiter Arjen Robben (FC Chelsea). In zwei bis drei Wochen rechnet Beckenbauer mit einer Bekanntgabe der Neuzugänge, zu denen auch Nationalspieler Marcell Jansen (Mönchengladbach) gehören dürfte.
Hoeneß kündigte unterdessen nach dem letzten Saisonspiel gegen Mainz 05 einen härteren Umgang mit den Profis an. Das Heuern und Feuern wird sich vermehrt darstellen, sagte der Manager. Die ersten hoch bezahlten Akteure könnte es schon in diesem Sommer treffen.
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