Berlin - Hertha BSC hat den Start-Fluch besiegt und Eintracht Frankfurt die zweite Saison-Niederlage beigebracht. Der Hauptstadt-Club besiegte nach dem 2:2 zum Auftakt in Hannover am 2. Bundesliga-Spieltag den Aufsteiger aus Hessen mit 2:0 (0:0).
Das ist sehr, sehr wichtig und bringt mehr Selbstbewusstsein, kommentierte Hertha-Coach Falko Götz die ersten drei Punkte. In der Vorsaison war Hertha mit fünf Remis nacheinander in die Meisterschaft gestartet, hatte erst nach sieben Runden den ersten Sieg verbucht. In der neuen Spielzeit stehen für die Alte Dame nun schon vier Punkte und Tabellenplatz vier zu Buche - bei der Eintracht dagegen leuchtet mit null Punkten die Rote Laterne des Schlusslichts.
Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel schied dennoch nicht gänzlich unzufrieden aus Berlin. Das Auftreten war in Ordung, das Ergebnis nicht. Über weite Strecken haben wir sehr gut gestanden. Und das 2:0 der Berliner konnte unglücklicher nicht fallen, erklärte der Frankfurter Coach. Denn den Berliner Sieg machte mit Arie van Lent erst ein Frankfurter perfekt. Eine Minute nach seiner Einwechslung traf der Stürmer mit einem schulmäßigen Kopfball ins eigene Tor (77. Minute), nachdem Oliver Schröder (52.) die Gastgeber in Führung gebracht hatte.
Die Frankfurter konnten wie schon im ersten Spiel gegen Leverkusen (1:4) zwar eine Halbzeit lang mithalten, hatten aber vor 49 416 Fans im zweiten Durchgang nichts mehr zuzusetzen. Lediglich bei einem 20-Meter-Schuss von Du-Ri Cha (61.) musste Hertha-Torwart Gerhard Tremmel ernsthaft eingreifen. Van Lent traf in der Schlussminute nur die Latte. Hertha verdiente sich den Heimerfolg - seit Oktober des Vorjahres sind die Berliner im heimischen Olympiastadion unbesiegt - mit einer deutlichen Steigerung nach der Pause. Wir haben Geduld gezeigt und sind dafür belohnt worden, betonte Götz.
Im ersten Abschnitt fehlte dem Spiel der Gastgeber, bei denen nach Verletzungspause Yildiray Bastürk wieder zu einem Kurzeinsatz kam, noch das nötige Tempo und die Genauigkeit, Tormöglichkeiten blieben Mangelware. Nur nach Freistoß von Marcelinho und anschließendem Kopfball von Malik Fathi (24.) sowie einem Schuss von Gilberto aus spitzem Winkel (43.) gab es für das Tor der Gäste etwas Gefahr. Der Liga-Neuling stand in der Abwehr lange sicher. Dem Ex-Berliner Marko Rehmer, der im Vorjahr nach einem Doping-Vergehen kein Bundesliga-Spiel mehr für Hertha bestreiten durfte, unterlief nur ein Fehler, der zur Chance für den später verletzt ausgewechselten Gilberto führte.
Erst nach dem Wechsel, als Hertha-Coach Götz in dem 18-jährigen Bundesliga-Debütanten Kevin-Prince Boateng einen weiteren offensiven Mann brachte und für zahlenmäßige Überlegenheit im Mittelfeld sorgte, zeigte Berlin mehr Biss und Aggressivität. Die Belohnung folgt schnell: Schröder wurde nicht angegriffen, und sein trockener Aufsetzer schlug ins rechte untere Toreck ein. Für den 25-jährigen Berliner war es erst sein zweiter Bundesliga-Treffer. Hertha legte nach, Marcelinho (73.) und Josip Simunic (74.) fanden aber nicht das Ziel. Besser machte es van Lent, der nach Ecke von Marcelinho per Kopf seinen eigenen Torhüter bezwang.
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