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Altintop schafft Dreierpack gegen Duisburg | 2005-08-14


Kaiserslautern - Zwei Jahre nach dem Weggang von Miroslav Klose zu Werder Bremen hat Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern wieder einen gefeierten Torjäger: Halil Altintop.

Nach seinem Dreierpack (2./58./80.) beim 5:3 (2:1)-Sieg des FCK gegen den MSV Duisburg bedachten die entwöhnten Pfälzer Fans unter den 30 111 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion den 22-jährigen Matchwinner mit frenetischen Sprechchören. Mit seinen Saisontoren zwei bis vier versüßte der wendige türkische Nationalstürmer die gelungene Heim- Premiere des neuen FCK-Coaches Michael Henke.

Wenn man bedenkt, dass er unter der Woche wegen seiner Zerrung im Oberschenkel nur bedingt trainieren konnte, hat man gesehen, dass der Junge großes Potenzial hat. Aber das wussten wir schon vor dem Spiel, sagte Henke und hielt sich mit Lob zurück. Auch Team-Manager Olaf Marschall wunderte sich nicht über Altintops Leistungsexplosion: Ich habe schon vor eineinhalb Jahren gesagt, dass er große Möglichkeiten hat. Er ist dynamisch, beidfüßig und unheimlich schwer vom Ball zu trennen, beschrieb der vor Klose letzte große Goalgetter der Pfälzer die Qualitäten des quirligen Laufwunders.

Geradezu euphorisch fiel das Urteil von Mitspieler Ervin Skela aus. Er ist einer der besten Stürmer, mit denen ich in meinen neun Jahren in Deutschland zusammengespielt habe, meinte der Albaner, der jedoch auch eine Gefahr für die gerade in Angriff genommene bessere FCK-Zukunft sieht: Wenn er so weiter macht, dann ist er in zwei Jahren bei einem Top-Club. Der FCK wäre gut beraten, den aus der Regionalliga als Ergänzungsspieler geholten Türken langfristig an den Verein zu binden. Entsprechende Versuche von Club-Chef René C. Jäggi schlugen bisher jedoch fehl.

Der Hochgelobte blieb bescheiden (Ich hätte fünf Tore machen können) und verschwendet noch keinen Gedanken an einen Weggang aus der Pfalz. Vielmehr will er seine gute Frühform zum Nutzen einer besseren Gesamtdarstellung des FCK-Teams einbringen. Seine Begründung für die Leistungssteigerung: Je mehr ich spiele, desto mehr Selbstvertrauen hole ich mir.

Auf solche Effekte hofft auch Joker Boubacar Sanogo. Der von Marschall per Video entdeckte 22-jährige Stürmer von der Elfenbeinküste erzielte sechs Minuten nach seiner Einwechslung das vorentscheidende 4:3 (68.) und deutete mit nahezu nahtloser Integration sein Talent an. Als früherer Top-Stürmer hatte Marschall ein Auge für die Perle, wie der Team-Manager meinte. Marschall: Ich habe gleich gesehen, das ist einer, der hat was.

Sanogos 4:3 brach letztlich den Widerstand des Aufsteigers, der Lauterns 2:1 durch Hervé Lembi (27.) und Altintops 3:1 unbeeindruckt wegsteckte. Uwe Möhrle (63.), der bereits das 1:1 (21.) besorgt hatte, und Abdelaziz Ahanfouf (66.) brachten den FCK in Wanken. Wenn man auf dem Betzenberg drei Tore schießt, muss mehr herauskommen, sagte MSV-Trainer Norbert Meier, der sich sich über die verpasste Chance zu punkten und über naives Abwehrverhalten ärgerte. Meiers Meinung deckte sich mit der von Club-Chef Walter Hellmich: Wir sind zwar in der Bundesliga angekommen, müssen aber noch Lehrgeld zahlen.


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