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Bremer Holperstart beim 2:2 in Bochum | 2007-08-12


Bochum - Der verkorksten Vorbereitung folgte der holprige Saisonstart - Trainer Thomas Schaaf und die Fußball-Profis von Werder Bremen haben in den bevorstehenden Wochen der Wahrheit noch viel Arbeit vor sich.

Mit Realitätssinn und Selbstkritik analysierte das Führungsduo des Titelanwärters die Lage nach dem unbefriedigenden 2:2 (2:0) beim kämpferisch überzeugenden VfL Bochum. Klaus Allofs beschönigte dabei nichts. Wir müssen an allen Dingen arbeiten. Zusammenspiel, Laufwege, Zweikampfverhalten und Fitness - viele Bereiche müssen verbessert werden, urteilte der Sportdirektor.

Aller Anfang ist schwer. Man sieht, dass noch nicht alles rund läuft, gestand auch der Coach, der die Personalprobleme nicht als Entschuldigung gelten ließ. Gleich neun Akteure fehlten vor 29 037 Fans im rewirpower-Stadion dem Vorjahres-Dritten, darunter Torsten Frings sowie die Neuzugänge Dusko Tosic und Carlos Alberto. Zu allem Überfluss erlitt Nationalspieler Tim Borowski eine Knieverletzung und droht mehrere Wochen auszufallen. Doch Schaaf nimmt den verbliebenen Rest in die Pflicht. Ich rede nicht über die Verletzten, sondern über die, die auf dem Platz stehen. Sie müssen auch zeigen, dass sie Spiele gewinnen können. Und das haben sie nicht getan.

Schaaf kritisierte die Sorglosigkeit nach der 2:0-Pausenführung. Spielmacher Diego (39./Foulelfmeter) und Klose-Nachfolger Boubacar Sanogo (45.+1) - der einziger Neue in der Startelf - hatten Werder in Front gebracht. Doch der nie aufgebende VfL glich durch den starken Stanislav Sestak (47.) und den unerwartet aufgebotenen Tommy Bechmann (49.) per Doppelschlag verdientermaßen aus. Wenn man 2:0 führt, muss man den Sack zumachen. Aber wir haben zu Beginn der zweiten Hälfte fünf Minuten geschlafen und den Gegner aufgebaut, monierte Schaaf.

Allofs war nach der Pausenführung sogar sicher, dass wir gewinnen. Aber wie wir uns dann verhalten haben, hat mir gar nicht gepasst. Allen ist klar: Um in der Champions-League-Qualifikation gegen Dinamo Zagreb zu bestehen, muss jeder eine Schippe drauflegen. Allofs sieht vor allem Defizite bei der Physis und weiß: International werden Fehler noch härter bestraft als in Bochum.

Der VfL, der seine Negativ-Serie (4 Niederlagen in 5 Heimspielen) gegen Werder stoppte, setzt vor allem auf die ihm eigenen Tugenden: Kampf, Leidenschaft und Aggressivität, gepaart mit schnellem Kombinationsspiel. Nach dem Verlust von Torschützenkönig Theofanis Gekas und Regisseur Zvjezdan Misimovic ist das Spiel variabler geworden. Mit dem rechts wirbelnden Slowaken Sestak, dem frechen Dennis Grote (links) sowie dem quirligen Sturmduo Beckmann/Joel Epalle ist die Abteilung Attacke schwer auszurechnen.

Marcel Koller lag allein die strittige Elfmeter-Entscheidung der Schiedsrichter im Magen. Ob der neue VfL-Torhüter Jan Lastuvka im Herauslaufen Sanogo wirklich leicht berührt hat, war nicht endgültig zu klären. Doch es sah zumindest nach einer Schwalbe aus. Selbst Referee Knut Kircher (Rottenburg), der sich auf seinen Assistenten an der Linie, Wolfgang Walz, verließ, war sich nicht sicher. Auch die TV-Bilder zeigen nicht eindeutig, dass keine Berührung vorlag, sagte er diplomatisch. Für den VfL-Coach war es kein Elfer, darüber hinaus war Koller weitaus zufriedener als nach dem 0:6-Debakel im Vorjahr. Das war ein positiver Anfang. So muss es weiter gehen.


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