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FC Bayern mit neuem Traumpaar zum 3:0 über Rostock | 2007-08-12


München - Neue Mannschaft, neue Klasse und ein neues Traumpaar: Der für 70 Millionen Euro runderneuerte FC Bayern München hat den Titelrivalen mit einem fast perfekten Saisonstart einen gehörigen Schrecken eingejagt und sich mit Spaß-Fußball in Meister- Form gebracht.

Die Mannschaft steht vor einer großen Zukunft. Wenn wir jetzt nicht überheblich werden, werden wir eine sehr erfolgreiche Saison spielen, stellte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem lockeren 3:0 (1:0) über Hansa Rostock genüsslich fest. Mit Wucht in der Offensive, wo der Drei-Tore-Sturm Luca Toni/Miroslav Klose ein vielversprechendes Debüt feierte, und spielerischer Leichtigkeit ließ der Titel-Favorit dem Aufsteiger nicht den Hauch einer Chance. In ihrem Zeugnis würde heute drinstehen: Anwesend, gab Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf nach der bitteren Lektion ein vernichtendes Urteil über die Leistung seiner überforderten Mannschaft ab.

Vielleicht schon beim Abschiedsspiel für Mehmet Scholl gegen den FC Barcelona, spätestens aber am kommenden Bundesliga-Spieltag bei Werder Bremen muss das Star-Ensemble Farbe bekennen, denn die harmlosen Rostocker waren vor 69 000 Zuschauern in der Allianz Arena ein dankbarer Premieren-Gast. Wir sind nicht richtig gefordert worden, räumte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld ein, Bremen wird eine schwere Hürde. Auch Rummenigge erwartet dort einen ersten echten Härtetest: Werder hat eine andere Qualität als ein Aufsteiger, da müssen wir zulegen.

Die Neuen würden der Mannschaft neues Leben und einen neuen Geist einhauchen, hatte er im Stadionheft prophezeit. Antreiber Franck Ribéry tat es, da ich selbst Spaß am Fußball habe und die Deutschen begeistern will. Mit ständigen Seiten- und Positionswechseln verleiht der Franzose dem einst starren System der Bayern Esprit und macht, wie Mark van Bommel erklärte, unser Spiel nur schwer ausrechenbar, weil wir jetzt von allen Seiten gefährlich sind. Auch Toni, nach 14 Minuten 1:0-Schütze, und der im Doppelpack erfolgreiche Klose (66./85.) bestätigten die Vorhersage ihres Chefs, weil sie der Abteilung Attacke eine vielversprechende Qualität geben.

Wenn der 23 Millionen teure Angriff weiter macht wie beim ersten gemeinsamen Auftritt, dürfte Hitzfeld der Neid der Konkurrenz sicher sein. Der Knoten ist schon geplatzt, freute sich der Coach besonders für den italienischen Weltmeister, der nach vierwöchiger Verletzungs-Pause ein starkes Debüt feierte und das 1900. Bundesliga-Heimtor des FCB schoss: Toni war ein steter Unruheherd. Das Risiko seines Einsatzes hat sich gelohnt. Dass Klose neben Toni aufblühte, hatte Hitzfeld geahnt: Miro profitiert von der Wucht und Tonis Stärke, den Gegner abzublocken. So kommt Klose viel besser zur Geltung.

Es war ein guter Einstand, mehr nicht. Mit Toni hat es gut funktioniert, so Klose, der bei Ex-Club Werder sein 100. Bundesliga-Tor erzielen kann. Molto bene, sagte Toni italienischen Reportern, nachdem ihn per SMS zahlreiche Glückwünsche aus der Heimat erreicht hatten, ich bin sehr glücklich, aber nach nur einem Spiel kann man noch nicht viel sagen. Die Kollegen waren weniger zurückhaltend. Es ist super, wenn man weiß, dass vorne einer ist, der mit der Kugel was anfangen kann und brandgefährlich ist, lobte Nationalspieler Jansen.

Trotz des gelungenen Starts blieben den Bayern ihre Schwächen nicht verborgen. Hitzfeld kritisierte, man habe dem Gegner auf den Außenbahnen zu viele Freiräume gelassen, Klose monierte die ineffektive Chancenverwertung und Jansen will eine etwas weniger stürmische Offensive. Wir haben nach vorne viel Feuer gegeben, das sollten wir schon ein bisschen bremsen. Kleinigkeiten im Vergleich zu den Problemen, die Rostock wohl erwarten. In München zahlten die Hanseaten reichlich Lehrgeld. Wir waren nervös, hatten zu viel Respekt und im Grunde keine Torchance, damit muss man leben, sagte Spielmacher Stefan Beinlich. Aber Bayern ist für Rostock kein Maßstab - mit der Rückkehr ins Fußball-Oberhaus nach 825 Tagen Erstliga-Abstinenz dürfte für Hansa bereits der Abstiegskampf begonnen haben.


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