Berlin - Richard Pound hat den Fußball-Weltverband FIFA erneut aufgefordert, die Antidoping-Regeln einzuhalten.
Spätestens beim FIFA-Kongress im September in Marrakesch müssen die notwendigen Korrekturen erfolgen, sagte der Chef der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) in einem Interview mit der Netzeitung. Dabei geht es um die Regelsperre von zwei Jahren bei schweren Dopingvergehen. Sechs Monate reichen nicht, sagte Pound.
FIFA-Präsident Joseph Blatter hatte in der Vergangenheit wiederholt erklärt, dass sich sein Verband im Einklang mit dem Welt-Antidoping-Code der WADA befinde. Durch Unterschrift habe die FIFA im Mai 2004 die Antidoping-Regel anerkannt. Sie respektiere damit auch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne als letzte juristische Instanz des Sports. Der CAS entscheide über die einzelnen Fälle individuell. Diese individuelle Fallbehandlung sei die Grundlage für die Sanktionsliste der WADA und auch der FIFA.
Die FIFA-Sanktionen für Dopingfälle, die von einer Verwarnung bis zu einer lebenslangen Sperre reichen, seien strenger als die der WADA, behauptet Blatter. So gebe es sogar für die Einnahme so genannter Gesellschaftsdrogen eine Mindestsperre von sechs Monaten. Blatter verweist auf die Aussage von WADA-Direktor David Howman. Er habe vor der Generalversammlung der Olympischen Sommersport-Verbände (ASOIF) im April in Berlin ausdrücklich bestätigt, dass alle 28 Sommersportarten, also inklusive des Fußballs, mit der WADA im Einklang stünden.
Der FIFA-Präsident hält die wiederholt von Pound vorgetragenen Forderungen, die Bundesregierung müsse den Weltverband als Ausrichterland der Fußball-WM 2006 und Unterzeichner des Welt- Antidoping-Codes zur Einhaltung der Antidoping-Regeln drängen, für gegenstandslos.
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