Köln - Mit viel sportlicher Prominenz hat der frühere Nationalspieler Thomas Häßler vor 18000 Zuschauern in Köln sein Abschiedsspiel bestritten. Etliche ehemalige Ausnahme-Fußballer kamen zum Einsatz, als Ickes Dream-Team gegen eine All-Star-Auswahl des 1. FC Köln antrat.
Die Mannschaft des Gastgebers gewann am Ende 8:6 (2:3), Häßler, der für beide Teams je eine Halbzeit bestritt, trug sich ein Mal in die Torschützenliste ein. Ich bin so stolz, dass mein Brustkorb platzt, sagte der Alt-Star, der zum Abschied Tränen in den Augen hatte.
Mit Häßler trat das letzte Mitglied aus dem deutschen Weltmeister-Team von 1990 offiziell von der aktiven Bühne ab. Der WM-Sieg von Rom gilt als Häßlers größter Erfolg, außerdem wurde er 1996 in England Europameister und 1992 bei der EM in Dänemark zum besten Turnier-Spieler gewählt. Der Ur-Berliner Icke Häßler bestritt 400 Bundesliga-Spiele (68 Tore) für den 1. FC Köln, den Karlsruher SC, Borussia Dortmund und den TSV 1860 München. Zudem war er in Italien für Juventus Turin und den AS Rom aktiv, seine Karriere ließ er in der vorigen Saison bei Austria Salzburg in Österreich ausklingen.
Bei der Abschiedspartie des 101-maligen Auswahlakteurs erwiesen einige frühere Weggefährten ihre Referenz. Aus Dänemark kam Morten Olsen angereist, Lothar Matthäus, Mario Basler, Dieter Eilts, Jürgen Kohler und Co. füllten die Gästeliste. Rudi Völler verzichtete wegen einer Grippe auf einen Einsatz, dafür waren die Fußballerin des Jahres, Birgit Prinz, sowie Boxer Dariusz Michalczewski, Rad-Ass Mike Kluge und Ex-Tennisprofi Charly Steeb aktiv dabei. Berti Vogts, Christoph Daum, Hennes Löhr und Winfried Schäfer saßen auf den Trainerbänken.
Insbesondere die Zuschauer in Köln, wo Häßlers Bundesliga-Karriere am 29. September 1984 begann, kamen auf ihre Kosten. Technische Kabinettstückchen und tolle Tore der meist in die Jahre gekommenen Sportler sorgten für eine Top-Unterhaltung. Toni Polster (3), Lukas Podolski, Thomas Allofs und Hans-Peter Lehnhoff trafen für die Kölner Auswahl. Neben Häßler, der im Liegen einen Kopfball verwandelte, waren Matthäus, Prinz, Martin Max, Bernhard Winkler, Frank Mill, Marco Kurz und Ulf Kirsten für Ickes Team erfolgreich.
Sehr lange soll der Abschied des 39-Jährigen von der Fußball-Bühne nicht dauern. An der Sportschule Köln macht er gerade seinen Trainerschein und möchte bald einen Verein übernehmen. Ich bin süchtig nach Fußball, sagt Häßler, der 1989 in der WM-Qualifikation gegen Wales das entscheidende Tor zum 2:1-Sieg erzielte und Deutschland damit erst den Weg zum späteren WM-Triumph ebnete.
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