Berlin - Mit einem hart erkämpften 3:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg hat Hertha BSC seine Chance auf eine Champions-League-Teilnahme gewahrt.
Die Entscheidung im Endspurt markierten Superstar Marcelinho mit einem verwandelten Foulelfmeter (81. Minute) und der eingewechselte Alexander Madlung (87.). Zuvor hatten Martin Petrow die Gäste in Führung gebracht (17.), und Hertha-Kapitän Arne Freidrich ausgeglichen (63.). Damit bleiben die Berliner nach dem 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 56 Punkten dem Tabellen-Dritten VfB Stuttgart auf den Fersen. Für den Brasilianer Marcelinho war es bereits Saisontor Nummer 18.
Die Berliner, wieder mit Niko Kovac für Pal Dardai als Mittelfeld- Abräumer, knüpften zunächst an ihre schlechte Leistung vom 1:2 vor einer Woche in Rostock an. Ohne Tempo, ohne Durchschlagskraft und ohne Ideen plätscherte die Partie vor 58 075 Fans ein Halbzeit vor sich hin. Unterbrochen wurde der Schlafwagen-Fußball beider Teams lediglich in der 17. Minute. Nach einem Foul von Josip Simunic an Diego Klimovicz schoss Petrow den Freistoß vom rechten Strafraumeck direkt in den oberen kurzen Winkel, Hertha-Keeper Christian Fiedler fehlten bei der Rettungsaktion einige Zentimeter Körpergröße.
Für den Bulgaren Petrow war es Saisontreffer Nummer elf - für Hertha ein Schock aus heiterem Himmel. Zwar erspielten sich die Gastgeber eine deutliche Feldüberlegenheit, übertrieben aber das Kurz- und Rückpass-Spiel. Lediglich Nur Yildiray Bastürk brachte in die Berliner Offensiv-Bemühungen Ansätze von Zielstrebigkeit. Dazu entschied der gute VfL-Keeper Simon Jentzsch sein persönliches Duell gegen Marcelinho zunächst zu seinen Gunsten: Gleich drei Mal (19., 36., 39.) brachte Berlins bester Bundesliga-Scorer in aussichtsreichen Freistoß-Situationen den Ball nicht an Jentzsch vorbei.
Das Team von Erik Gerets, der trotz eines negativen clubinternen Doping-Tests aus disziplinarischen Gründen auf den argentinischen Star Andres DAlessandro verzichtet und am Spieltag auch Juan Carlos Menseguez zurück nach Wolfsburg geschickt hatte, nutzte die Verunsicherung bei Hertha nicht. Der VfL leistete sich viel zu viele Fehler und Ballverluste. So konnten die Gastgeber nach der Pause den Druck erhöhen. Nachdem Jentzsch gegen Gilberto klären konnte, hatte er gegen Friedrich keine Chance. Die eingewechselten Andreas Neuendorf und Artur Wichniarek spielten den Hertha-Kapitän frei, der setzte sich gegen Petrow durch und schoss ins lange Eck zu seinem dritten Saisontreffer ein.
Neun Minuten vor dem Ende entschied Schiedsrichter Knut Kircher nach einer Attacke von Hans Sarpei an Wichniarek überraschend auf Elfmeter, Marcelinho ließ sich die Chance nicht entgehen. Den Schlusspunkt setzte schließlich Maldung, der nach Vorarbeit von Friedrich zum vierten Mal in der laufenden Spielzeit traf. Hertha ist nun bereits elf Heimspiele nacheinander unbezwungen.
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