Bochum - Er gehört zu den dienstältesten Club-Bossen im bezahlten Fußball und hat in seiner zwölfjährigen Amtszeit alle Höhen und Tiefen miterlebt. Werner Altegoer, der Lenker beim VfL Bochum, wird 70 Jahre alt.
Vier Abstiege, vier Aufstiege und zwei Mal der Einzug in den UEFA-Cup - so lautet die sportliche Bilanz des VfL unter der Ägide Altegoers, der 1993 zum Präsidenten und 2002 zum Aufsichtsratsvorsitzenden der einst Unabsteigbaren gewählt worden war. Präsident bin ich seit 1993, Fan war ich schon immer, sagt er.
Sein erstes offizielles Amt in der Führungsetage des Vereins, in dem er seit 1978 Mitglied ist sowie in den 40er und 50er Jahren in der Jugend-Auswahl spielte, hatte Altegoer schon 1980 inne. Von 1980 bis 1982 war er Vorsitzender des Wirtschaftsrates, ein zweites Mal von 1990 bis 1993. Bereits da leitete er die Geschicke des VfL.
In seiner Amtszeit als Club- und Aufsichtsratschef kamen und gingen sieben Trainer und zwei Manager. Trotz bescheidener finanzieller Mittel steht der Verein seit Jahren wirtschaftlich auf einer grundsoliden Basis. Schon in den 80er Jahren bewahrte der erfolgreiche Unternehmer Altegoer als Privatmann durch persönliche Kontakte den Club vor dem Absturz aus dem bezahlten Fußball.
In der Ära Altegoer erlebte der VfL die größten sportlichen Erfolge, aber auch Misserfolge. Die UEFA-Cup-Spiele gegen Trabzonspor, Brügge und Amsterdam 1997 waren sicherlich die schönsten sportlichen Momente. Doch auch die Aufstiege waren immer etwas Besonderes, betont Altegoer, mit dessen Namen die Geschichte des VfL eng verbunden ist. Auf die Frage nach den weniger schönen Erlebnissen antwortet er spontan: Natürlich die Abstiege, an die gewöhnt man sich nie.
In den vergangenen Jahren hat sich der zweifache Familienvater verstärkt aus dem Tagesgeschäft des Revier-Vereins zurückgezogen. Im Gegensatz zu früher ist er nicht mehr täglich in den Geschäftsräumen an der Castroper Straße anzutreffen. Die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat ist aber so eng, dass wir täglich mindestens telefonieren, sagt Altegoer. Es werden weiterhin keine Entscheidungen ohne ihn getroffen.
Aus Anlass des 70. bereitet ihm der Verein am 18. Juni eine Überraschungsfeier mit 300 Gästen. Ich habe fast keine Ahnung, was mich erwartet, sagt der Jubilar. Nach Club-Angaben stehen viele Freunde, Wegbegleiter und Fußball-Promis auf der Gästeliste. Auf die Frage nach seinen Wünschen antwortet Altegoer mit dem Naheliegenden: Dass der VfL den direkten Wiederaufstieg schafft und sich in der Bundesliga etabliert.
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