Rio de Janeiro/Madrid - Das wochenlange Tauziehen um den neuen brasilianischen Fußball-Weltstar Robinho geht weiter. Der Wechsel des 21-jährigen Torjägers zu Real Madrid ist nach Angaben des brasilianischen Verbands CBF noch längst nicht perfekt.
Der Verband widersprach nach Medienberichten Angaben des spanischen Spitzenclubs und des Spieler-Managers. Die Art und Weise der Zahlung der Auflösungs-Strafe durch Real verletzt die Regeln des Weltverbands FIFA und auch brasilianische Transfergesetze, sagte der Chef der CBF-Rechtsabteilung Carlos Lopes.
Die Königlichen von Real Madrid hatten nach eigenen Angaben 30 Millionen Dollar (fast 25 Millionen Euro) auf das Konto des CBF überwiesen. Der brasilianische Meister FC Santos müsse den Wunder-Stürmer nun freigeben, da mit dieser Summe der Clubanteil der Vertragsauflösungsstrafe gedeckt sei, hatte auch Robinhos Manager Wagner Ribeiro behauptet.
Robinho will gehen, also darf Santos auf 50 Millionen bestehen, versichert nun Lopes. Er drohte, die FIFA könne Robinho monatelang sperren, falls der Profi die geltenden Regeln verletze. Der Vertrag geht bis 2008, und Robinho darf diesen nicht einseitig brechen. Santos-Präsident Marcelo Teixeira erklärte nur, er wisse von keiner Zahlung der Auflösungsstrafe. Ich habe das Geld nicht gesehen.
Die spanische Presse feierte Robinho allerdings bereits als fünften Galaktischen nach Luis Figo, Zinedine Zidane, Ronaldo und David Beckham. Robson de Souza, so sein richtiger Name, werde einen Fünf-Jahres-Vertrag unterzeichnen, hieß es weiter. Der Schwarze Teufel, wie ihn eine Zeitung nannte, werde möglicherweise schon nach China reisen, wo Real Madrid derzeit seine Sommer-Tournee bestreitet. Offiziell solle Robinho aber erst am 1. August in der spanischen Hauptstadt vorgestellt werden.
Er ist ein cleverer Bursche und wird sich schnell anpassen. Wir werden mit ihm viel Spaß haben, meinte sein Selecao-Teamkollege Ronaldo. Nach zwei Jahren ohne Titelgewinn hoffen die Königlichen mit Robinho auf bessere Zeiten. Er ist genau der Spieler, den Real Madrid brauchte, um für frischen Wind zu sorgen und das Image eines alternden Vereins abzustreifen, meinte das Sportblatt As.
Um den Transfer des Dribbelkünstlers hatte es ein wochenlanges Hin und Her gegeben, weil Santos den Spieler behalten wollte und mehrere Real-Angebote zurückgewiesen hatte. Aus Protest gegen den Widerstand von Santos war Robinho dem Training in den vergangenen Wochen ferngeblieben. Er wurde auch nicht in der brasilianischen Meisterschaft eingesetzt.
Die so genannte Strafe für die Auflösung des bis 2008 laufenden Vertrags zwischen Robinho und Santos beträgt 50 Millionen Dollar. Da sich Robinho bei früheren Verhandlungen aber einen Anteil von 40 Prozent der Transfersumme gesichert hatte, und der Spieler nun auf die ihm zustehenden 20 Millionen verzichtete, hatte Manager Ribeiro gehofft, dass der CBF-Verband Santos zur Freigabe des Spielers auffordern würde.
Der eher schmächtige, aber sehr flinke und technisch starke Robinho wurde mit dem Pelé-Club FC Santos brasilianischer Meister der Jahre 2002 und 2004. Einen Stammplatz im Nationalteam eroberte er mit überzeugenden Leistungen im Confederations Cup im Juni in Deutschland. Der Weltmeister hatte Deutschland im Halbfinale ausgeschaltet und Argentinien im Endspiel mit 4:1 besiegt.
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