Frankfurt/Main - Jürgen Klinsmann hat sich im Machtkampf mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) durchgesetzt.
Das im Grundlagenvertrag zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der DFL für 2005 vereinbarte Benefizspiel der deutschen Nationalmannschaft wird auf Wunsch des Bundestrainers erst nach der Weltmeisterschaft 2006 ausgetragen. Dies gab der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger nach der Präsidiumssitzung in Frankfurt/Main bekannt. Die Partie soll nun nach der WM in Rostock stattfinden.
Die sportliche Führung um Klinsmann hatte das für den 16. November avisierte Spiel, dessen Erlös in ein DFL-Projekt fließen soll, wegen der zu hohen Belastung für die Nationalspieler abgelehnt. Vier Tage zuvor bestreitet die DFB-Auswahl in Paris ein Länderspiel gegen Frankreich. Wir haben auf diesen Termin verzichtet, damit die Spieler eine Woche in Ruhe trainieren können. Gerade in dieser Zeit sind sie voll gestopft mit Spielterminen, hatte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff die Absage begründet.
Während Klinsmann die Entscheidung der DFB-Spitze im fernen Los Angeles mit Genugtuung zur Kenntnis nahm, war Liga-Präsident Werner Hackmann enttäuscht. Im Vorfeld hatte Hackmann die Argumente von Klinsmann & Co. als dummes Zeug bezeichnet. Nach der Sitzung verließ er die Frankfurter DFB-Zentrale kommentarlos. Zuletzt hatte die DFB-Auswahl im Januar in der Arena AufSchalke eine Wohltätigkeitspartie zu Gunsten der Tsunami-Opfer in Südostasien bestritten.
Um sich gezielt auf die WM-Endrunde vom 9. Juni bis 9. Juli vorbereiten zu können, wird die Klinsmann-Elf im Vorfeld des Turniers neben der Benefizpartie zu Gunsten der Egidius-Braun-Stiftung am 30. Mai in Leverkusen nur noch ein Länderspiel am 2. Juni in Mönchengladbach absolvieren. Dafür soll ein namhafter Gegner verpflichtet werden.
Keine Rolle spielte bei der Präsidiumssitzung die Suche nach einem Sportdirektor. Wir wollen uns erst mit Jürgen Klinsmann zusammensetzen, erklärte Zwanziger. Dies soll bis Ende Oktober geschehen. Dann erhofft sich der DFB vom Bundestrainer auch Signale für eine mögliche Verlängerung seines bis zur WM 2006 datierten Vertrages. Es gibt kein Ultimatum, aber den Wunsch, dass sich Jürgen Gedanken macht, wie es nach 2006 aussieht, sagte der DFB-Präsident. Dass Klinsmann den geplanten Posten des Sportdirektors übernehmen könnte, hält Zwanziger für ausgeschlossen. Dafür kommt er nicht in Frage, sagte er.
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