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Kölner erbost über Referee - FCK zufrieden | 2005-08-28


Köln - Uwe Rapolder war richtig wütend. Das war keine Fehlentscheidung, das war eine Frechheit. Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden, schimpfte der Trainer des 1. FC Köln nach der 2:3 (0:1)-Niederlage im Bundesligaspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Ein von FIFA-Referee Helmut Fleischer in der Nachspielzeit verhängter umstrittener Foulelfmeter, den die Pfälzer durch Ervin Skela zum Sieg nutzten, erhitzte die Gemüter im ausverkauften RheinEnergieStadion. Der Kölner Profi Christian Springer witterte sogar eine Verschwörung. Der Schiedsrichter macht so etwas mit Absicht. Er hat das schon einmal gemacht, und er wird es wieder machen, sagte Springer im ZDF-Sportstudio.

Fleischer, der mit einer ähnlich umstrittenen Entscheidung gegen Köln vor drei Jahren im Spiel bei Borussia Dortmund (1:2) den Bundesligaabstieg der Rheinländer einleitete, wies die Vorwürfe von sich und verteidigte seine Entscheidung auch nach Studium der Fernsehbilder. In zehn Fällen kann man fünf Mal so und fünf Mal so pfeifen. Ich würde wieder so entscheiden, sagte der Unparteiische nach seinem 99. Erstligaspiel.

Rapolder hingegen kündigte Konsequenzen an: So etwas darf nicht passieren. Für mich ist das Ding noch nicht gegessen. Sportmanager Andreas Rettig setzt nach dem Pfiff zur falschen Zeit auf die Selbsteinsicht des Schiedsrichters. Ich hoffe, dass Herr Fleischer es in Zukunft ablehnt, unsere Spiele zu leiten, sagte er.

Dabei lagen die Kölner nach 80 Minuten durch zwei sehenswerte Treffer des neuen Pfälzer Torjägers Halil Altintop ohnehin mit 0:2 zurück, ehe der Aufsteiger mit großer Moral und der Unterstützung des Publikums noch einmal ins Spiel zurückfand. Matthias Scherz (81.) und Lukas Podolski (90.) mit seinem ersten Bundesligatreffer nach 462 Tagen schafften den Ausgleich. Doch in Minute drei der Nachspielzeit entschied der Referee nach einem Zweikampf zwischen Springer und Kaiserslauterns Ferydoon Zandi auf Strafstoß.

Die Pfälzer feierten mit dem Erfolg einen ordentlichen Saisonstart und ihren neuen Torjäger Altintop, der mit sechs Treffern aus drei Spielen wesentlich am Aufschwung der Roten Teufel beteiligt war. Da muss ich erst mal drüber schlafen, meinte der 24 Jahre alte Deutsch-Türke, der weitere Treffer für sein Team versprach. Ich habe schon vor der Saison gesagt, auf jeden Fall zweistellig, versicherte Altintop nach seinem 60. Bundesligaspiel. Trainer Michael Henke stellte seinem Stürmer ein gutes Zeugnis aus. Er ist in guter körperlicher Verfassung. Ich hoffe, dass er so locker bleibt und sich noch weiter entwickelt, meinte der Coach.

Henke hat entgegen aller Einschätzungen schnell ein schlagkräftiges Team auf die Beine gestellt und nun mit Neuzugang Boubacar Sanogo einen weiteren gefährlichen Offensivspieler in den Reihen. Bei allem Lob kritisierte der Chefcoach aber auch die Nachlässigkeiten, die zu der dramatischen Schlussphase führten. Da haben wir verschlafen, das Spiel zu entscheiden, befand Henke. Zur Fortsetzung der unglaublichen Serie hätte den Pfälzern aber auch ein Remis gereicht: Gegen den 1. FC Köln haben die Lauterer in der Bundesliga seit 21 Spielen und über 16 Jahren nicht mehr verloren.


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