Berlin - Der Bundesverband der Verbraucherzentralen wird in Sachen WM-Tickets erneut aktiv. Bis spätestens Ende diesen Jahres sollen die Organisatoren der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eine Tauschbörse für Eintrittskarten einrichten, fordern die Verbraucherschützer.
Wir wollen eine verbindliche Zusage, dass die Ticketbörse bis spätestens zum Jahresende kommt. Schließlich haben die Leute ja bereits für ihre Tickets bezahlt, sagte Sprecher Carel Mohn dem Tagesspiegel. Ein entsprechendes Schreiben sei an DFB-Präsident Theo Zwanziger und Generalsekretär Horst R. Schmidt gegangen, die diesen Brief beim Weltverband FIFA vorlegen sollen.
Patrick von Braunmühl, stellvertretender Vorstand der Verbraucherzentrale, äußerte seine Verwunderung über jüngste Äußerungen von WM-Organisatoren. Plötzlich sei wieder die Rede davon, dass es einen Ticket-Tausch nur in Ausnahmefällen geben solle, das würde den Vereinbarungen vom Februar dieses Jahres widersprechen. Zudem gebe es keine Ansprechpartner für die Fans beim Organisationskomitee, Anfragen blieben unbeantwortet. Die bisher verlosten WM-Tickets mussten von den Erwerbern sofort bezahlt werden.
In dem Brief kritisiert von Braunmühl auch die so genannte Servicegebühr für die teambegleitenden Eintrittskarten. Falls sich eine Mannschaft nicht für die WM qualifiziert, bekomme der Käufer zwar sein Geld zurück erstattet, allerdings abzüglich einer Servicegebühr von bis zu 50 Euro. OK-Sprecher Jens Grittner kündigte erst für die Zeit nach der Gruppen-Auslosung im Dezember Lösungen an. Bisher habe es bei 812 000 verkauften Tickets nur 20 Anfragen gegeben, es bestehe somit kein Bedarf für eine sofortige Tauschbörse oder ein Call-Center. An der Preispolitik werde sich ohnehin nichts ändern, auch das Prinzip der begründeten Karten-Rückgabe bleibe: Wir werden die Rückgabe nicht akzeptieren, nur weil einer keine Lust auf das Spiel zwischen Simbabwe und Senegal hat.
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