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Rech warnt vor deutschen Hooligans in Bratislava | 2005-08-30


Stuttgart - Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz Heribert Rech (CDU) hat vor einer Anreise deutscher Hooligans zum Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Slowakei am Samstag in Bratislava gewarnt. Nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden ist mit mehreren hundert gewaltbereiten Problemfans zu rechnen. Die Polizei des Bundes und der Länder treffen intensive Maßnahmen, um Ausschreitungen deutscher Hooligans in Bratislava zu verhindern, sagte Rech am Dienstag in Stuttgart.

Hooligans müssten bereits in Deutschland von den friedlichen Fußballfans getrennt werden, sagte Rech. Es würden alle Register gezogen, derzeit würden gezielte Gespräche mit potenziellen Randalierern geführt. Diese könnten dann zu Meldeauflagen, Ausreiseverboten und im Zweifel auch zu Gewahrsamnahmen führen. Wer bereits mit Gewalttätigkeiten bei Sportveranstaltungen in Erscheinung getreten ist, hat als Hooligan bei dem Länderspiel in Bratislava nichts verloren, betonte Rech.

Die Polizei plane ferner intensive Kontrollen an den Abfahrtsorten, auf den Autobahnen und Fernstraßen, in den Zügen, auf den Flughäfen und im Grenzbereich. Unter Leitung der bundesweiten Zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) beim Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen sei auch eine Delegation deutscher Polizeiexperten vor Ort, um die dortige Polizei bei Maßnahmen gegen deutsche Hooligans zu unterstützen.

Celje dürfe sich nicht wiederholen, sagte Rech. Beim Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Slowenien ist es Ende März in Celje zu den schwersten Ausschreitungen seit 2000 gekommen. Dutzende deutscher Randalierer waren von der slowenischen Polizei schon vor der Partie im Stadtzentrum vorübergehend festgenommen worden. Weitere zwölf Hooligans wurden während der Begegnung im Stadion in Gewahrsam genommen.

Während des Freundschaftsspiels war die Randale weitergegangen: Leuchtraketen wurden im deutschen Fanblock auf den Rasen geschossen, Sitze aus den Verankerungen gerissen. In der 2. Spielminute musste die Partie vom englischen Schiedsrichter Graham Poll sogar kurz unterbrochen werden. Es waren die schwersten Ausschreitungen mit deutscher Beteiligung im Ausland seit der Europameisterschaft 2000 beim Spiel gegen England.


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