Berlin - Fünf Monate nach den schweren Ausschreitungen deutscher Hooligans in Slowenien hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in Zusammenarbeit mit der Polizei Maßnahmen ergriffen, um ähnliche Vorfälle beim Länderspiel in der Slowakei zu vermeiden.
Nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden ist im Spielort Bratislava mit mehreren hundert gewaltbereiten Problemfans zu rechnen. Mit Ausreiseeinschränkungen und Meldeauflagen am Spieltag für besonders gewaltbereite Fans sollen diese schon an der Anreise gehindert werden. Die Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen in Zusammenarbeit mit den slowakischen Gastgebern, sagte DFB-Sprecher Harald Stenger in Berlin.
Nach Verbandsangaben sind 560 Eintrittskarten über den Fanclub Nationalmannschaft und organisierte Fan-Reisen an deutsche Anhänger verkauft worden. In Bratislava soll es - anders als bei der Partie im slowenischen Celje - zudem keine Tageskarten für Deutsche geben.
Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Heribert Rech (CDU), hatte bereits vor einer Anreise deutscher Hooligans nach Bratislava gewarnt. Es würden alle Register zur Gewaltvermeidung gezogen, sagte Rech. Wer bereits mit Gewalttätigkeiten bei Sportveranstaltungen in Erscheinung getreten ist, hat als Hooligan bei dem Länderspiel in Bratislava nichts verloren, betonte Rech.
Unter Leitung der bundesweiten Zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) beim Landeskriminalamt in Düsseldorf sei auch eine Delegation deutscher Polizeiexperten vor Ort, um die dortige Polizei bei Maßnahmen gegen Hooligans zu unterstützen.
Celje dürfe sich nicht wiederholen, forderte Rech. Beim Länderspiel gegen Slowenien war es im vergangenen März zu den schwersten Ausschreitungen deutscher Hooligans seit der EM 2000 in Belgien und den Niederlanden gekommen. Dutzende deutscher Randalierer waren vor, während und nach der Partie vorübergehend festgenommen worden. Während des Freundschaftsspiels waren unter anderem Leuchtraketen aus deutschen Fanblocks auf den Rasen geschossen und Sitze aus den Verankerungen gerissen worden. In der 2. Spielminute musste die Partie vom englischen Schiedsrichter Graham Poll sogar kurz unterbrochen werden.
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