Hannover - Die Fußball-Fans müssen sich auch bei der Bundesliga auf eine eingeschränkte und spätere TV-Berichterstattung im Free-TV einstellen.
Einen Tag nach dem Erwerb sämtlicher Live- Rechte der Champions League sagte Premiere-Chef Georg Kofler der dpa: Mir fällt kein Modell ein, bei dem für den Sport mehr erwirtschaftet werden kann. Werner Hackmann, Präsident des Ligaverbandes, sagte dazu: Es ist alles vorstellbar. Unterdessen kritisierte Karl-Heinz Rummenigge den Komplett-Verkauf an Premiere.
Es ist noch zu früh, aber das ist eines von mehreren Modellen, sagte Kofler und warb für die Pay- und Free-TV-Berichterstattung aus einer Hand: Wir bieten das Modell mit den besten Erlöschancen. Zu den immer lauter werdenden Forderungen der Topvereine nach höheren TV-Einnahmen erklärte er: Wenn die Bundesliga weniger Geld will, kann sie das bisherige Modell weiterfahren. Aber alle wollen mehr Geld - und das geht nicht mit Steuern oder Zwangsgebühren.
Premiere wird von 2006 an die Topbegegnungen der Champions League nur noch im Pay-TV zeigen und pro Spieltag eine der weniger attraktiven Partien in einem eigenen Free-TV-Sender. Erhielte Premiere ein ähnlich umfangreiches Paket von der Bundesliga mit den Rechten für Livespiele und die Zusammenfassung, würde dies das Ende der jetzigen Sportschau bedeuten.
Ziel von Premiere ist die Verknappung des Bundesliga-Angebotes im frei empfangbaren Fernsehen und eine spätere Ausstrahlung, um die Attraktivität seines Stammgeschäftes im Bezahlfernsehen zu steigern und so die Zahl von 3,3 Millionen Abonnenten zu erhöhen. Der eigene Free-TV-Kanal, den Kofler nun kaufen oder neu aufbauen will, wäre dazu der passende Hebel. Mit dem Erwerb des kompletten Paketes für seinen neuen Free-TV-Sender bekäme er den notwendigen Handlungsspielraum.
Rummenigge kritisierte das Champions-League-Modell: Wir müssen aufpassen, dass wir die Seele des Fußballs nicht verkaufen. Wenn das Top-Spiel des Spieltags nur im Pay-TV zu sehen sei, würden die Fans in erpresserischer Weise zu Abonnements gezwungen. Er forderte erneut eine Steigerung der Bundesliga-Einnahmen von 300 auf 500 Millionen, sprach sich aber gegen ein ähnliches Modell wie in der europäischen Königsklasse für die Liga aus: So lange ich im Aufsichtsrat der DFL sitze, werde ich eine solche Entscheidung nicht mittragen.
Kofler reagierte darauf einige Stunden später in Berlin heftig: Ich lasse mir solche Dinge nicht gerne sagen. Wer fordert denn am lautesten mehr Geld? Das ist doch Herr Rummenigge. Die Gegenleistung dafür bestehe in der Exklusivität, dies sei das Marktgesetz. Ohne die Rettung von Premiere hätte die Bundesliga jetzt 100 Millionen Euro weniger, betonte der Senderchef. Wer mehr Geld fordere, könne nicht den wichtigsten Finanzier diskreditieren. Rummenigges Aussagen könne er intellektuell, professionell und emotional nicht nachvollziehen.
Wie die neuen Bundesliga-Pakete im Detail aussehen, ist derzeit noch offen. Wir werden eine saubere Ausschreibung machen und dann weitersehen, sagte Hackmann. Dass dann ein Unternehmen sowohl die Rechte für das Pay-TV als auch für das Free-TV erhalte, sei durchaus denkbar. Anfang September solle ein Termin festgelegt werden.
Der Poker um die Rechte hat allerdings schon begonnen, hinter den Kulissen und öffentlich. So erklärte ARD-Programmdirektor Günter Struve der Sport-Bild, dass sein Sender bereit sei, mehr Geld zu zahlen: Sagen wir mal, es werden 20 Millionen Euro. Wenn wir 60 oder 65 Millionen zahlen müssten, haben wir das Spielgeld durch den Verzicht auf UEFA-Cup-Spiele.
Struve schlug zugleich eine Bieter-Gemeinschaft mit Premiere vor: Für uns wäre es das Schönste, wir würden mit Herrn Kofler einige Biere trinken und sagen: Herr Kofler, Sie wollen doch auch nicht viel mehr als bisher an die Liga zahlen, wir geben denen 12,5 Prozent mehr. Sehr gut, sagt Kofler dann. Kofler sagte indes: Das geht nicht. Eine Bieter-Gemeinschaft ginge schon aus kartellrechtlichen Gründen nicht.
Flotte Sprüche gegen AbfallbergeMSV gewinnt Testspiel gegen Lich-Steinstraß 7:1Asamoah in Nancy operiertKlose schon in WM-Form: Will noch mehr ToreMakaay darf sich gegen Rostock selbst aufstellenBeckenbauer befürchtet: T-Frage entschiedenLöw gehen Verteidiger aus: Nowotny verletztAuch Braunschweig-Cottbus fällt ausAlemannia im Aufstiegstaumel - Vorfreude in BochumOffenbacher Diabang für drei Spiele gesperrt1720 |
1973 |
1199 |
1430 |
1163 |
13812 |
13285 |
13341 |
13894 |
13806 |