Berlin - Die Diskussion um die Zukunft von Jürgen Klinsmann und den gesamten Führungsstab der Nationalmannschaft nach der Weltmeisterschaft 2006 nimmt immer mehr Fahrt auf.
Der Bundestrainer forderte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zur vorzeitigen Vertragsverlängerung mit Team-Manager Oliver Bierhoff auf. Bierhoff und Assistenztrainer Joachim Löw hoben gleichzeitig hervor, dass sie ihre berufliche Zukunft beim DFB nicht von Klinsmanns Entscheidung abhängig machen.
Nachdem der geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger von Klinsmann im Oktober ein Signal über dessen Zukunftsplanung wünscht, kündigte Löw eine interne Aussprache über die brisante Thematik an: Wir werden uns demnächst zusammensetzen und über die verschiedenen Möglichkeiten diskutieren, die es gibt.
Die Verträge von Klinsmann, Löw und Bierhoff sind alle bis zur Weltmeisterschaft befristet. Während sich der Bundestrainer in eigener Sache nicht über die WM hinaus festlegen will, macht er sich für eine längerfristige Zusammenarbeit mit Bierhoff stark. In ihr sähe er auch ein Signal, dass der nach der Europameisterschaft im vergangenen Jahr eingeschlagene Kurs vom Verband über 2006 hinaus fortgesetzt werden soll. Mit Oliver sollte - völlig losgelöst von meiner Person - verlängert werden. Er steht für unsere neue Fußball- Philosophie. Man sieht, wie wichtig er ist, sagte Klinsmann der Sport Bild.
Bierhoff hatte ein Interesse an der Fortsetzung seiner Tätigkeit über die WM hinaus bereits während des Confederations Cups öffentlich signalisiert. Inzwischen gab es erste Sondierungsgespräche mit der DFB-Führung, die im November fortgesetzt würden, wie der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän der Frankfurter Rundschau bestätigte. Ich bin dafür, den Teammanager als Position bei der Nationalmannschaft beizubehalten - egal, ob der Oliver Bierhoff heißt oder ein anderer den Job macht, betonte der 37-Jährige. Zugleich hob Bierhoff hervor, dass er seine Vertragsverlängerung nicht an ein Weitermachen von Klinsmann knüpfe: Das ist unabhängig vom Trainer zu sehen.
Das gilt grundsätzlich auch für Löw, dessen Zukunft allerdings stärker mit der von Klinsmann verbunden ist. Oliver Bierhoff ist sicherlich etwas losgelöst von der sportlichen Leitung. Für mich ist Jürgen Klinsmann der erste Ansprechpartner, und dann werde auch ich irgendwann eine Entscheidung treffen. Allerdings sieht er seine Zukunft nicht in jedem Fall an die von Klinsmann geknüpft. Ich bin völlig unabhängig von diesen Dingen. Für mich gilt es, alle Kräfte bis zur WM 2006 zu bündeln und für dieses Ziel absolut konzentriert zu arbeiten. Danach wird man sehen, sagte er in einem dpa-Gespräch.
Für den DFB liegt die Problematik bei der Zukunftsplanung darin, dass das von Klinsmann begonnene Projekt vom Abschneiden der DFB-Elf bei der WM abhängig ist. Daran werden wir uns alle messen lassen müssen, bestätigte Löw, der von Bierhoff auch als möglicher Klinsmann-Nachfolger in der Funktion des Cheftrainers eingestuft wird. Das freut mich, klar, bemerkte Löw dazu. Bierhoff wiederum verlangt vom DFB für den Fall einer Vertragsverlängerung ein Mitspracherecht über die Besetzung der Trainer-Position. Mit einem Bundestrainer zusammenzuarbeiten, von dem ich nicht überzeugt bin, kommt für mich nicht in Frage, erklärte Bierhoff.
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