Leipzig - Ein zusätzlicher Aufsteiger in die Regionalliga, Management-Konferenzen und eine Identifikationsfigur als möglicher Sportdirektor der Nationalmannschaft sollen dem Fußball im Osten neuen Aufschwung verleihen.
Darauf verständigten sich die Vertreter des Runden Tisches Ost-Fußball unter Leitung des Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger auf ihrer Tagung in Leipzig. Wir haben hier ein rundes Paket geschnürt, über das ich sehr froh bin, sagte Hans-Georg Moldenhauer, Chef des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) und Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
Schon die kommenden Meister der Staffeln Nord und Süd der NOFV-Oberliga, die am 5. August in die Saison startet, sollen direkt in die Regionalliga aufsteigen. Damit entfallen die bisherigen Relegationsspiele. Eine entsprechende Empfehlung wollen Zwanziger, sein Vizepräsident Moldenhauer und Werner Hackmann, Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL), dem DFB-Präsidium unterbreiten.
Wir sind kein Beschlussgremium, sagte Zwanziger, aber die Oberliga-Meister können darauf vertrauen, dass wir das erreichen. In der Regionalliga ist der Osten schlicht und einfach unterrepräsentiert. Almosen braucht der Osten nicht, aber er braucht Chancengleichheit. Und Hackmann ergänzte: Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Ich sehe das Potenzial des Ostens, wenn es gelingt, die Basis zu verbreitern.
Eine besondere Aufwertung könnte der Fußball in den neuen Bundesländern erfahren, wenn ein Ost-Trainer Sportdirektor der Nationalmannschaft wird. Es könnte sein. Ich habe drei, vier Namen auf der Liste. Es müsste einer sein, der bekannt ist und kompetent, sagte Moldenhauer. Im Gespräch ist neben Eduard Geyer und Klaus Sammer vor allem Hans Meyer, auf den Zwanziger große Stücke hält. Allerdings betonte Moldenhauer, dass die Position des Sportdirektors kein vordergründiger Gesprächspunkt beim Runden Tisch war.
Vielmehr standen praktische Hilfen für die Vereine im Mittelpunkt. So kündigte Hackmann an, dass zur Stärkung und Schulung der Vereinsführungen in Regional- und Oberliga Management-Konferenzen durch die DFL veranstaltet werden sollen. Das tröstet nicht über unseren Abstieg hinweg. Aber es ist in Ordnung, dass aufgewacht wurde und sich der Probleme angenommen wird. Wir hätten vielleicht in der Vergangenheit viel lauter werden müssen, sagte Manfred Wimmer, Präsident des Zweitligisten FC Hansa Rostock, dessen Club mit dem Abstieg die Initiative für den Runden Tisch ausgelöst hatte. Das war eines der Alarmsignale, sagte Moldenhauer.
Bei der Stärkung der Fußball-Vereine will Zwanziger verstärkt die Länder, Städte und Kommunen in die Verantwortung nehmen und dafür auch selbst auf Werbereise in die Rathäuser und Parlamente gehen. Man darf nicht nur Sprüche klopfen, stellte er klar, wir müssen Überzeugungsarbeit leisten. Es ist nicht zum Schaden einer Stadt, wenn sie Vereine in der Regional- und Oberliga und auf dem Weg nach oben unterstützt.
Vor der Premiere des Ligapokal-Finales am 2. August in Leipzig hat Werner Hackmann der WM-Stadt Hoffnung als ständiger Austragungsort für das Endspiel gemacht. Wenn es optimal läuft, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wir es wiederholen. Aber zunächst muss Leipzig diese Bewährungsprobe bestehen, sagte der Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Als Vorbild nannte er das DFB-Pokalfinale in Berlin.
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