Genua und Venedig vor Verbandsgericht | 2005-07-18
Genua - Dem Serie A-Aufsteiger FC Genua und dem insolventen AC Venedig wird wegen Ergebnismanipulation und Betrugs vor der Disziplinarkommission des italienischen Fußballverbandes (FIGC) der Prozess gemacht.
Vom 23. Juli an müssen sich neben den beiden Clubpräsidenten und weiteren Managern auch drei Spieler des AC Venedig vor dem Gericht verantworten, berichtete die La Gazzetta dello Sport. Genua steht unter dem Verdacht, sich seinen Aufstieg in die erste Liga durch einen gekauften 3:2-Heimsieg gegen Venedig am 11. Juni erschlichen zu haben. Neben dem Fußballverband ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Genua.
Deren Ermittlungen haben nun zur Prozesseröffnung geführt. Die Staatsanwaltschaft war am Rande anderer Ermittlungen auf illegale Fußballwetten und mutmaßliche Ergebnisabsprachen aufmerksam geworden. Daraufhin hatte sie den FC Genua und den AC Venedig ins Visier genommen. Ausgerechnet bevor Genua mit seinem 3:2-Sieg gegen Venedig den Aufstieg perfekt machte, hatte die Polizei einen Mitarbeiter von Venedigs Club-Präsident Luigi Gallo nach Verlassen des Firmengeländes von Genuas Club-Chef Enrico Preziosi mit 250 000 Euro in bar abgefangen.
Mit Hilfe von Abhörmaßnahmen im Mannschaftshotel des AC Venedig und Verhören von Spielern, Trainern und Club-Funktionären sammelte die Staatsanwaltschaft die nötigen Beweise. Beide Clubs weisen die Anschuldigungen zurück. Die 250 000 Euro seien eine Anzahlung für einen Spielertransfer gewesen.