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Trapattoni auf nach Bayern - Kritik an Ligapokal | 2005-07-24


Düsseldorf - Der Ligapokal hat Giovanni Trapattoni eine unerwartet frühe Rückkehr nach München beschert. Ich habe schon Grüße an Franz, Uli und Kalle geschickt, sagte der Italiener nach dem mühsamen Erfolg seines VfB Stuttgart im Elfmeterschießen gegen Hertha BSC.

Bereits am 26. Juli trifft Trapattoni nun im Halbfinale in der Allianz-Arena auf den FC Bayern - und damit auch auf seine früheren Weggefährten um Präsident Beckenbauer, Manager Hoeneß und Vorstandschef Rummenigge. Im zweiten Halbfinale empfängt Schalke 04 Werder Bremen, das sich bei der Doppel-Veranstaltung in Düsseldorf mit 1:0 gegen Bayer Leverkusen durchsetzte.

Ich freue mich, dass wir nach München fahren, sagte Trapattoni, dem die gute Laune nach seinem erfolgreichen Pflichtspiel-Debüt mit den Schwaben anzumerken war. Angesichts der guten Defensiv-Leistung des VfB kann der 66-Jährige die Reise an seine alte Wirkungsstätte mit Zuversicht antreten. Angenehme Erinnerungen verbindet der Mister mit dem FC Bayern, den er 1994/95 und von 1996 bis 1998 trainierte, und dem Ligapokal ohnehin: Neben einer Meisterschaft (1997) und einem DFB-Pokalsieg (1998) feierte er mit den Münchnern 1997 auch den Erfolg bei der ersten Auflage des Wettbewerbs.

Die Zuschauer in Düsseldorf allerdings konnten mit Trapattonis Fußball wenig anfangen. Obwohl der erfahrene Taktiker von einer betont defensiven Einstellung nichts wissen wollte (Das ist nicht meine Mentalität), waren es in erster Linie die Stuttgarter, die als Spielverhinderer auftraten. Das Publikum quittierte die niveauarme Vorstellung schon vor der Pause mit Pfiffen. Für Applaus sorgte - neben der Einwechslung des neuen Stürmers Jon Dahl Tomasson - nur der Hinweis des Stadionsprechers, dass es keine Verlängerung gebe.

Angesichts schwacher Leistungen, schlechter Stimmung und einer mit rund 20 400 Zuschauern nicht einmal halb gefüllten LTU-Arena stellte sich die Frage, ob der Ligapokal in seiner abermals erneuerten Form nicht ein Missverständnis ist. Das war etwas mager, bekannte Bremens Sportdirektor Klaus Allofs, ich hatte schon gehofft, dass die Begeisterung größer ist. Auch Hertha-Manager Dieter Hoeneß war unzufrieden: Ich würde mir wünschen, dass die Zuschauer nicht mit so einer kritischen Haltung kommen. Das hat mich schon etwas gewundert.

Allerdings hatten die Verantwortlichen bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) selbst den Druck erhöht, indem sie den Wettbewerb nach Jahren in der Fußball-Provinz wieder in die großen Arenen holten. Für die Vorrunde wurden zum ersten Mal überhaupt zwei Ligapokal-Spiele nacheinander im selben Stadion angesetzt. Die Idee war super, sagte Leverkusens Sportchef Rudi Völler, aber wenn der Lokalmatador nicht dabei ist, ist das ein Problem.

Zumindest die Zuschauerbilanz wird sich mit dem Halbfinale klar verbessern. Für München sind nach DFL-Angaben bereits 30 000 Karten verkauft, für Gelsenkirchen 50 000. Allofs regte an, künftig auch die Vorrunde mit echten Heimspielen auszutragen: Vielleicht wäre das eine Überlegung wert.


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