Stuttgart - Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat sich trotz der zwei Mal hintereinander verpassten Teilnahme an der lukrativen Champions League finanziell behauptet.
Im Geschäftsjahr 2004 steigerte der VfB seine Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um gut 1,1 Millionen auf 66,9 Millionen Euro, obwohl die TV-Erlöse um knapp neun Millionen Euro sanken. Diese Zahlen gab der Verein bei seiner Mitgliederversammlung in Stuttgart bekannt. Die Verschuldung zum 31. Dezember 2004 blieb mit 8,27 Millionen Euro im Vergleich zum Ergebnis des Vorjahres (8,21 Mio.) nahezu konstant. Wir haben durch unser harte Arbeit das kompensiert, was wir durch die Champions League verloren haben, sagte VfB-Chef Erwin Staudt.
2004 erwirtschafteten die Schwaben einen Jahresüberschuss von 958 000 Euro. Im Jahr zuvor hatte der Jahresüberschuss wegen der TV- Einnahmen aus der Champions League noch 5,57 Millionen Euro betragen. Deswegen ist das zweimalige Verpassen der Champions League so ärgerlich. Das waren sicher unter dem Strich 25 Millionen Euro. Wir hätten eine ganz andere solide Basis, erklärte Finanzchef Ulrich Ruf. Mit Schulden von knapp 8,3 Millionen Euro liege der Verein aber weit unter dem Durchschnitt der Bundesliga. Staudt sieht den Verein in finanzieller Hinsicht unter den ersten Fünf.
Das Verpassen der Champions League in der Saison 2003/2004 hatte einen Einbruch bei den TV-Einnahmen zur Folge. 2004 nahm der Club nur noch 21,6 statt 30,4 Millionen Euro (2003) ein. In den 21,6 Millionen sind noch etwa 4 Millionen aus dem Achtelfinal-Spielen gegen Chelsea London enthalten. Hingegen steigerte der VfB seine Transfererlöse von 22 000 Euro (2003) auf 6,1 Millionen im vergangenen Jahr. In dieser Summe ist die Ablösezahlung für Marcelo Bordon (zu Schalke 04) und eine Kompensationszahlung (Ruf) für den vorzeitigen Wechsel von Trainer Felix Magath zum FC Bayern München im Mai 2003 enthalten.
Binnen eines Jahres steigerte der VfB seine Mitgliederzahl von knapp 20 000 auf gut 30 600. Das Ziel, Schalke 04 als Nummer zwei bei den Mitgliedern hinter dem FC Bayern abzulösen, wurde aber verfehlt. Staudt strebt perspektivisch 50 000 Mitglieder an. Die Auslagerung der Profifußball-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft ist vorerst kein Thema. Mit der Rückzahlung eines Darlehens an den Sport- Vermarkter ISPR ist der Verein wieder im vollständigen Besitz seiner Marketing-Rechte. Staudt: Der VfB ist auf einem sehr gutem Weg. Wir wollen ein Haus bauen. Stein auf Stein und nicht in Plattenbauweise.
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