München - König Fußball soll bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Deutschland eine bedeutsame gesellschaftliche Rolle auf dem Weg zu einer besseren Welt spielen.
Fußball ist mehr als Kicken. Fußball vereinigt die Völker und kann mit seiner positiven Energie einen großen Beitrag in einer bösartigen und verrückten Welt leisten, sagte Präsident Joseph Blatter vom Weltverband FIFA zum Auftakt des dreitägigen WM-Kongresses Visions of Football. Die internationale Konferenz zehneinhalb Monate vor der WM soll eine Gesamtschau von Fußball in Verbindung mit Politik, Medien, Wirtschaft, Medizin und Training präsentieren.
317 Tage vor dem Eröffnungsspiel am 9. Juni 2006 in München wies Blatter auf die Völker verbindende Bedeutung des Fußballs hin. Der Schweizer hofft, dass die WM in Deutschland nicht nur die ganze Welt in ihren Bann zieht, sondern zur Vereinigung der Völker beiträgt. Fußball ist ein Spiel der Völker, für Arme und Reiche, ohne Rassismus, ohne Diskriminierung. Die Konferenz in der Münchner Messe, die während der WM das internationale Medienzentrum beherbergt, soll Blatters Zukunfts-Vision bestätigen, dass die Welt daran glaubt, dass sich der Fußball für eine bessere Welt und für bessere Menschen einsetzen kann.
Blatter ließ keinen Zweifel daran, dass Deutschland ein perfekter WM-Gastgeber sein wird. Nach dem erfolgreichen Confederations Cup seien die Erwartungen sehr hoch, aber ich bin sicher, dass die Organisatoren im Bereich Logistik und Sicherheit eine ganz große Erfolgswelle präsentieren wird. Wie der FIFA-Chef hat auch Lennart Johannson, UEFA-Präsident und Vorsitzender des FIFA-WM-Organisationskomitees, großes Vertrauen in die deutsche Regierung und die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen. Wenn wir vor dem Terror kapitulieren, wäre das die Bankrotterklärung des Fußballs und des Sports. Kongress-Schirmherr und WM-OK-Chef Franz Beckenbauer mahnte: Wenn wir uns terrorisieren lassen, können wir den Laden dicht machen.
Die seit Tagen andauernde Kritik an der rund zwei Millionen Euro teuren Veranstaltung ging unterdessen weiter. Der von Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider eingeschaltete Oberste Rechnungshof (ORH) bescheinigte einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zu Folge der Regierung, ein Chaos angerichtet zu haben. In einem Brief an das Kultusministerium weisen die Prüfer auf die mangelnde Professionalität und fehlende Wahrnehmung der Kostenverantwortung im Vorbereitungsteam der Staatsregierung hin.
Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber bezeichnete in seinem Grußwort die Konferenz als einen Meilenstein auf dem Weg zur WM, doch trotz der Schar erlesener Experten wurden viele Beobachter in ihrem Eindruck bestätigt, dass es sich mehr um eine Werbeveranstaltung handelt. Über 40 Firmen, Verbände, Institute und Gemeinden nutzten die Fachausstellung für PR-Maßnahmen - sogar die Kaffeepausen werden von Sponsoren präsentiert. Laut Veranstalter haben sich mehr als 1600 Teilnehmer angemeldet. Wie viele von ihnen ihr Ticket bezahlt haben, ist nicht zu erfahren. In der Regierung wird ein Minus von einer Million Euro nicht ausgeschlossen.
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