München - Im Millionen-Poker um Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose von Werder Bremen hat der FC Bayern München laut Franz Beckenbauer weiterhin gute Karten.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in Bremen einen Mann wie Klose noch ein Jahr halten kann, wenn man weiß, er ist im nächsten Jahr sowieso weg. Wie soll das gehen?, sagte der Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters in der Passauer Neue Presse. Während für Werder Bremen ein vorzeitiger Wechsel des Stürmers vom Tisch ist, rechnet Beckenbauer schon in der neuen Saison mit dem WM-Torschützenkönig: Ich hoffe sehr, dass er im Sommer kommt.
Werder hatte die Verhandlungen in der vorigen Woche für beendet erklärt, weil es laut Manager Klaus Allofs in den vergangenen zweieinhalb Wochen keine weiteren Vorstöße der Münchner gegeben habe. Die von den Bayern angeblich gebotenen zehn Millionen Euro als Ablöse sind den Hanseaten zu wenig. Erst wenn der Rekordmeister drauflegt und Nationalstürmer Lukas Podolski im Tausch anbietet, wollen die Bremer wieder an den Verhandlungstisch zurück.
Beckenbauer erwartet dagegen ein baldiges Ende des Transferpokers. Auch wegen der Reaktionen der Zuschauer und Mitglieder könne sich Werder den Verbleib Klose nicht leisten, meinte der Aufsichtsrats-Chef der Bayern: Also, ich geh mal davon aus, dass man einen Weg finden wird. Ein Abschied von Roy Makaay angesichts des Überangebots im Bayern-Angriff schließt Beckenbauer nicht aus, aber jetzt ist erst mal wichtig, den Klose noch zu bekommen.
Mit den bisherigen Verpflichtungen, darunter der italienische Weltmeister Luca Toni (11 Millionen Euro Ablöse) und der Franzose Franck Ribéry (25 Millionen Euro), ist der Kaiser sehr zufrieden. Man kann unserem Vorstand nur gratulieren, dass sie alle bekommen haben, die gewünscht waren. Die für insgesamt 53 Millionen Euro neu gebildete Mannschaft sei aber keine Garantie für Erfolg, warnte Beckenbauer: Wir sind durch die Klasse-Spieler international aufgewertet worden. Aber es gibt dir keine Garantie, dass du mit soundso viel Punkten Vorsprung Meister wirst.
Vom runderneuerten Bayern-Team mit Trainer Ottmar Hitzfeld fordert Beckenbauer grundlegende Änderungen im taktischen Bereich und vor allem bessere Leistungen in der Defensive. So, wie unsere Abwehr in dieser Saison gespielt hat, mit diesen Einladungen, das waren ja alles Geschenke, die wir verteilt haben. In jedem Spiel gab es Situationen, wo wir uns geweigert haben, in die Zweikämpfe zu gehen. Also muss das Fußball-Einmaleins wieder geprobt werden, erwartet der Bayern-Präsident, der trotz der Ansammlung von Stars keine großen Konflikte in der neuen Saison befürchtet: Es wird sicherlich einen großen Konkurrenzkampf geben. Dass sich da Reiberein ergeben - ja gut - aber das ist ja auch im Interesse aller.
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