Madrid/Rio de Janeiro - Das monatelange Tauziehen um den brasilianischen Goldjungen Robinho hat ein Ende. Der 21-jährige Jungstar wechselt für eine Ablösesumme von 24,8 Millionen Euro vom FC Santos zum spanischen Fußball-Rekordmeister Real Madrid.
Beide Clubs legten ihren Transferstreit bei und ersparten sich damit einen drohenden Schiedsspruch des Weltverbandes FIFA. Die Entscheidung fiel am 30. Juli um 5.00 Uhr morgens in 10 000 Metern Höhe. Auf dem Rückflug des Real-Ensembles von Bangkok nach Madrid handelte Clubchef Florentino Pérez per Telefon mit Santos-Präsident Marcelo Teixeira einen Kompromiss aus: Die Brasilianer akzeptierten nach Presseberichten die von den Königlichen angebotene Ablösesumme. Sie erreichten aber, dass das Supertalent noch sechs Punktspiele für den brasilianischen Meister bestreiten und sich von seinen Fans verabschieden darf.
Am 25. August, drei Tage vor dem Liga-Start in Spanien, wird Robinho offiziell als Spieler Reals vorgestellt. Dort erhält er einen Fünfjahresvertrag. Die von Madrilenen gezahlte Summe entspricht 60 Prozent der vertraglich festgesetzten Ablöse. Der FC Santos hatte ursprünglich die Gesamtsumme in Höhe von 41,5 Millionen Euro gefordert. Allerdings standen 40 Prozent nicht dem Verein zu, sondern Robinho und dessen Managern. Über diesen Anteil verständigte Real sich mit dem Spieler, machte dazu aber keine näheren Angaben.
Auch der große alte Pelé, so wird spekuliert, trug dazu bei, dass der Transfer zu Stande kam. Der legendäre Fußballkönig hatte Robinho mit 15 Jahren zum ersten Mal spielen sehen und war zu Tränen gerührt. Der 64-Jährige gab seinem früheren Club Santos den Rat: Es ist besser, die von Real angebotene Summe anzunehmen, als einen Prozess vor der FIFA zu verlieren und am Ende auch den Spieler.
Real landete einen brasilianischen Doppelschlag. Innerhalb von 24 Stunden verpflichteten die Madrilenen zwei Stars aus dem Land des Weltmeisters. Zuvor hatte sie für 20 Millionen Euro Julio Baptista vom FC Sevilla unter Vertrag genommen. Beide Fußballer sind unterschiedliche Spielertypen. Der schmächtige Robinho steht für Spielwitz und Raffinesse, der stämmige Baptista alias La Bestia für Kraft und Durchsetzungsvermögen.
Ihr Wechsel nach Madrid macht Real zum Samba-Verein. Mit Ronaldo und Roberto Carlos hat der Club zwei weitere Spieler aus Brasilien unter Vertrag. Und auch der Trainer Vanderlei Luxemburgo ist Brasilianer. Das sieht ganz nach einem Real Brasilien aus, witzeln die Fans. Allerdings brechen für einige der Galaktischen nun schwere Zeiten an. Der Portugiese Luís Figo (Ich bin nicht einmal mehr zweite Wahl) sucht einen neuen Verein. Der Engländer Michael Owen könnte dies vielleicht ebenfalls tun. Auch Kapitän Raúl, der Liebling der Fans, muss sich auf einen Platz auf der Ersatzbank einstellen.
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