München - Ein ostdeutscher Club aus dem hohen Norden, ein unkonventioneller Verein aus der südwestlichsten Ecke Deutschlands und ein Ruhrrevier-Club, der vor einem Jahr noch im UEFA-Cup gespielt hat: Alle drei wollen wieder nach oben.
Nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga heißt das Ziel beim FC Hansa Rostock, dem SC Freiburg und dem VfL Bochum sofortiger Wiederaufstieg. In der 2. Bundesliga wird man es dem Trio aber nicht leicht machen. Der TSV 1860 München und Energie Cottbus sind namhafte Beispiele dafür, wie schwer es ist, den Traum von der Rückkehr ins Oberhaus innerhalb nur eines Jahres zu verwirklichen.
Volker Finke, seit 1991 Trainer des SC Freiburg, ist von der Wende zum Guten überzeugt: Die Luft ist gereinigt für einen Neuanfang, sagte der Coach nach nur mageren 18 Punkten im Vorjahr. Noch vor dem ersten Spieltag wurde der Druck auf das Team erhöht. Präsident Achim Stocker fordert die Rückkehr in Liga I vor allem aus finanziellen Gründen. Ein Jahr 2. Liga kann man sich leisten, eine zweite Spielzeit in der Zweitklassigkeit zu überstehen, würde schwierig. Der SCF muss zwölf Abgänge verkraften, darunter Leistungsträger wie Zlatan Bajramovic, Ellery Cairo und Lewan Zkitischwili. Verpflichtet wurden dagegen lediglich fünf Spieler, die aber allesamt noch zur Nachwuchsriege zählen und nur wenig Erfahrung vorweisen können.
Nicht nur eine Reihe neuer Spieler, sondern in Marcel Koller auch ein neuer Coach sollen beim VfL Bochum für frischen Wind sorgen. Der Nachfolger von Peter Neururer versprüht bereits Selbstbewusstsein: Wir wissen, dass wir zu den Favoriten gehören. Mit offensivem und aggressivem Fußball will der Schweizer, der bei seinem früheren Arbeitgeber 1. FC Köln Lukas Podolski zum Stammspieler gemacht hat, Bochum zurück in die Bundesliga führen. Nach 1994, 1996, 2000 und 2002 wäre es der fünfte Aufstieg des Ruhrpott-Clubs. Stützen des Teams sollen die Routiniers wie Spielmacher Dariusz Wosz und Torhüter Rein van Duijnhoven sein.
Groß war das Wehklagen im Osten der Republik, als Rostock den Gang in die Zweitklassigkeit antreten musste. Doch dies soll nur ein Intermezzo sein: Vorstandschef Manfred Wimmer: Es gibt kein anderes Ziel für uns als die sofortige Rückkehr. Auf die Schwierigkeit des Unterfangens wies Trainer Jörg Berger hin: Es wird ein holpriger, schwerer Weg. Die 2. Liga ist unberechenbar. Hoffnungen setzt Hansa vor allem in Stürmer Marcel Schied, der nach seiner Zeit in Osnabrück und Unterhaching an die Ostsee zurückkehrte. Um die Personaldecke nach zahlreichen namhaften Abgängen zu stärken, fehlen aber die Finanzmittel. Wimmer: Es wäre töricht, Einkäufe zu tätigen, die dann gar nicht passen. Gäbe es irgendwann aus aktuellem Anlass Handlungsbedarf, wären finanziell die Karten ausgereizt.
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