Lens/Wolfsburg - Harmlos, hilflos, ratlos: Der VfL Wolfsburg geht nach dem neuerlichen Aus im UI-Cup schweren Zeiten in der Fußball-Bundesliga entgegen.
Wenn wir am Samstag so spielen wie in Lens, kriegen wir gegen Borussia Dortmund die Hucke voll, gestand Nationalstürmer Mike Hanke nach dem desaströsen 0:4 (0:1) im Halbfinal-Rückspiel beim französischen Erstligisten RC Lens unumwunden ein.
Auch Kapitän Pablo Thiam suchte nach dem fünften vergeblichen UI- Cup-Anlauf der Wölfe und dem dritten Aus gegen einen französischen Verein nicht nach Ausflüchten. Ich schäme mich nach dieser Leistung für die Mannschaft, erklärte der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler und fand Unterstützung bei seinem Abwehrchef. Dieses Spiel hat gezeigt, wie weit wir sind: international noch nicht reif, sagte Kevin Hofland.
Aruna Dindane (43.), Seydou Keita (48.) und zwei Mal Issam Jemaa (88./90.+1) deckten mit ihren Toren vor 25 000 Zuschauern die Schwächen der zahnlosen Wölfe in erschreckender Deutlichkeit auf: Die Defensive ist weiter anfällig, die Offensive nach den Abgängen von Martin Petrow und Thomas Brdaric nicht mehr auffällig. Und die Mannschaft als solche ist nicht zu erkennen. Es kann nicht sein, dass wir nach ein, zwei Gegentoren einfach nicht mehr dagegenhalten, wetterte Thiam.
Wolfsburgs vor der Saison neu formierter sportlicher Führung blieben die Kalamitäten, über die der souveräne Einstieg in den UI-Cup wochenlang hinweggetäuscht hatte, nicht verborgen. Keine Zweikämpfe gewonnen, zu viele Ballverluste, nichts Verwertbares nach vorn, kritisierte Manager Thomas Strunz. Das hatte auch Trainer Holger Fach so gesehen. Das Finden der Mannschaft sei noch nicht beendet, erklärte der frühere Bundesliga-Profi. Aber auch ihm schwant vor dem Bundesliga-Auftakt nicht viel Gutes: Wir werden jetzt alle etwas verunsichert sein.
Typen, die dem entgegen wirken, gibt es in dem durch die Millionen-Verkäufe von Petrow und Brdaric sportlich enorm geschwächten Team momentan nicht. Und neue scheinen vorerst nicht in Sicht, zumal dafür offensichtlich auch nicht die gesamten 8,5 Millionen Euro aus dem Petrow-Transfer zu Atletico Madrid zur Verfügung stehen. Natürlich ist Geld für Neue da, aber der VfL kann sich dem Sparkurs bei VW nicht verschließen, erläuterte Wolfsburgs Finanz-Geschäftsführer Wolfgang Hotze in der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung.
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