Hannover - Saison-Eröffnungsspiele sind für Hertha BSC keine Festtage. Seit 1999 warten die Berliner auf einen Auftaktsieg, und das 2:2 (0:0) bei Hannover 96 verlängerte die schwarze Serie völlig unnötig.
Es hätte ein sehr, sehr guter Start sein können. Aber wir haben zu früh mit dem Feiern begonnen und nicht konzentriert bis zum Ende gespielt, kommentierte Hertha-Trainer Falko Götz ein Unentschieden, das die Berliner als Niederlage und die personell arg geschwächten Hannoveraner als Sieg empfanden.
Auch die Hertha-Profis schoben nach der leichtfertig verspielten 2:0-Führung Frust. Wie im Vorjahr in Bochum haben wir durch Fehler den Sieg verschenkt, schimpfte Mannschaftskapitän Arne Friedrich. Man kann fast von Überheblichkeit sprechen, ärgerte sich Manager Dieter Hoeneß. Er nahm sich noch auf dem Platz Nico Kovac zur Brust, der durch einen Ballverlust im Mittelfeld die Wende einleitete. Er weiß ganz genau, was er da gemacht hat, sagte Hoeneß.
Erst ein voreiliger Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Knut Kircher weckte die 22 Profis nach 45 äußerst langweiligen Minuten aus ihrer Lethargie. Das war kein Foul, und wenn doch, dann war es außerhalb des Strafraums, sagte 96-Profi Jiri Stajner, der Friedrich am Arm hielt. Hertha-Spielmacher Marcelinho (49.) verwandelte den Strafstoß und Artur Wichniarek (54.) legte nach. Danach vergaben Marcelinho und Rafael beste Konterchancen, was 96 durch Christoph Dabrowski (66.) nach guter Vorarbeit von Nationalspieler Thomas Brdaric und Michael Tarnat (88.) mit einem fulminanten Freistoß bestrafte.
Ich ärgere mich, dass so eine Art Fußball belohnt wird. Die haben doch so viel Offensivkraft geholt, schimpfte Hertha-Manager Hoeneß über die lange Zeit vorsichtige Spielweise von Hannover 96. Vor elf Wochen hatten die Niedersachsen mit einem 0:0 beim Saisonausklang der Hertha den Weg in die Champions League verbaut. Das haben die Berliner, die ohne einen Zugang in der Startformation spielten, nicht vergessen. Zum Thema Neueinkäufe hielt sich Hoeneß bedeckt: Dazu sehe ich keine zwingende Veranlassung.
Wir wollten zunächst kompakt stehen, sagte Brdaric zu der defensiven Grundausrichtung der Gastgeber. Der Rückkehrer war vor 40 473 Zuschauern, unter ihnen Klinsmann-Assistent Joachim Löw, auch ohne Torerfolg bester Stürmer. Meine Leistung ist aber noch ausbaufähig, sagte Brdaric. Das trifft noch mehr für Vahid Hashemian zu, zweiter Millionenmann im Angriff von Hannover 96.
Trainer Ewald Lienen musste auf neun dauerverletzte Spieler verzichten und lobte sein letztes Aufgebot für die gute Moral. Kompliment an mein Team, es hat nach dem 0:2 gut reagiert, sagte der Coach, der angesichts der vielen Nachwuchsleute auf der Bank nicht einmal auswechselte. Es war für uns kein überragender, aber vernünftiger Saisonstart, bilanzierte Lienen.
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