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Kein Abseits-Streit - Kritik an Schiedsrichtern | 2005-08-07


Hamburg - Es gab zwar keinen Streit um die umstrittene Auslegung der Abseitsregel, aber dennoch standen die Schiedsrichter zum Auftakt der 43. Saison der Fußball-Bundesliga im Blickpunkt.

Nürnbergs Coach Wolfgang Wolf nahm die Leistung von Deutschlands Vorzeige-Referee Markus Merk sogar zum Anlass einer Generalkritik. Wir pfeifen in der Bundesliga viel zu kleinlich. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht alles verpfeifen, sagte der Trainer des 1. FC Nürnberg nach der verdienten 0:3-Auftaktpleite seines Teams beim Hamburger SV. Ich bin mir nicht sicher, ob er international auch so pfeift wie heute.

In der Tat wurden einige Regeln im Vergleich zu internationalen Begegnungen kleinlich ausgelegt, doch die Entscheidungen waren überwiegend zumindest vertretbar. Zwar fiel der Hamburger David Jarolim nach der ungestümen Luftattacke des Nürnbergers Lars Müller schnell, doch der Strafstoß zum 2:0 war sogar auch für Wolf nachvollziehbar.

Dagegen sorgte der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Knut Kircher bei Hannover 96 gegen Hertha BSC (2:2) für viel Gesprächsstoff. Das war kein Foul, und wenn doch, dann war es außerhalb des Strafraums, sagte 96-Profi Jiri Stajner, der Arne Friedrich vor dem 0:1 am Arm gehalten hatte. Höchst umstritten war auch der zum 1:0-Sieg führende Strafstoß für den 1. FC Köln, nachdem der Mainzer Mathias Abel den ungarischen Angreifer Attila Tököli berührt hatte. Wären wir konsequenter gewesen, hätte der Schiedsrichter keine Chance gehabt, einen solchen Einfluss auf das Spiel zu nehmen, kommentierte der Mainzer Trainer Jürgen Klopp das Bundesliga-Debüt von Schiedsrichter-Debütant Babak Rafati.

Mönchengladbachs überforderter Däne Thomas Helveg kam bei der 0:3- Auswärtsniederlage gegen Bayern München trotz eines klaren Handspiels als letzter Mann um die fällige Rote Karte herum. Vorzeitig gehen (42. Minute) musste dagegen Bayern-Neuzugang Valerien Ismael nach zwei ungestümen Fouls. Kaiser Franz Beckenbauer mahnte deshalb mehr Fingerspitzengefühl beim Unparteiischen Manuel Gräfe an.

Die beim Confederations Cup vom Weltverband FIFA aufgezwungene neue und umstrittene Auslegung der Abseitsregel übernahmen die deutschen Referees zum Liga-Auftakt wie angekündigt nicht. Stattdessen blieben sie ihrer Linie treu. Im Gegensatz zum Confederations Cup wird beim DFB bereits gepfiffen, wenn der Spieler zum Ball geht und damit ins Spiel eingreift, sagte DFB-Lehrwart Eugen Strigel.

Schmucklos war der Saisonstart zumindest in dem Punkt, dass Spieler keine Ringe, Ohrstecker, Ketten oder Ähnliches mehr trugen. Nicht jeder kam der neuen FIFA-Ordnung aber nach, wie Oliver Kahn gestand. Der Nationaltorhüter trägt in den Torwarthandschuhen weiter seinen Ehering: Ich krieg meinen Ehering gar nicht mehr runter. Ich hacke mir doch nicht den Finger ab, sagte er der Bild am Sonntag.


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