Düsseldorf - Das von der Deutschen Fußball Liga (DFL) für den 17. Mai geplante Gespräch mit dem staatlichen Wettanbieter Oddset und privaten Konkurrenten über die Zukunft der Sportwetten kommt nicht zu Stande.
Oddset wird nicht kommen, sagte Erwin Horak, Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung von Bayern, die bei Oddset federführend ist, dem Magazin Wirtschaftswoche. Wir wollen uns nicht mit den privaten Wettanbietern an einen Tisch setzen, betonte Horak. Er will sich stattdessen allein mit DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub treffen.
Damit verschärft sich der Streit zwischen Oddset, einem der nationalen Förderer der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, und den privaten Wettanbietern, die mit Oddset zunehmend konkurrieren. Horak hält die Lizenzen der privaten Anbieter für fragwürdig. Einer der Streitpunkte ist, dass die private Konkurrenz deutlich weniger Abgaben an den Staat zahlen muss als Oddset.
Die privaten Anbieter werfen Oddset wiederum vor, dass dort während des Schiedsrichterskandals Wetten anonym und ohne Limit gesetzt werden konnten. Künftig will Horak bei Auszahlungen über 1000 Euro die Identität des Wetters festhalten.
Ab 2006 will auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zusammen mit der DFL eine eigene Sportwette anbieten. Dies hatte der DFB-Bundestag in der Vorwoche in Mainz beschlossen. Dazu muss allerdings erst das staatliche Wettmonopol fallen. DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte in Mainz erklärt, erster Ansprechpartner bleibe Oddset, wie es im Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL festgeschrieben sei. Einige Bundesliga-Vereine vertreten allerdings eine abweichende Meinung. Wir werden die Lizenz beantragen und dann mit Oddset sprechen. Wenn wir uns nicht einigen, machen wir es alleine, sagte Liga-Präsident Werner Hackmann.
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