Frankfurt/Main - Der Regionalliga-Aufsteiger 1. FC Eschborn hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Lizenzierungsverfahren mit der Vorlage falscher Verträge getäuscht und ist zu einem Fall für die Steuerfahndung geworden.
Nach Informationen des kicker hat der Meister der Oberliga Hessen mit einer Reihe von Spielern Geheimverträge abgeschlossen, die den Aktiven erheblich mehr Geld zusichern als in den beim DFB vorgelegten offiziellen Verträgen festgeschrieben ist.
Die DFB-Zentralverwaltung ist dabei, die Sache zu überprüfen. Mehr können wir derzeit wegen des schwebenden Verfahrens nicht dazu sagen, erklärte ein DFB-Sprecher auf dpa-Anfrage. Die Steuerfahndung hat bereits wichtige Unterlagen des Vereins beschlagnahmt. Das Lizenzierungsverfahren des DFB endet erst am 10. Juni, so dass Eschborn um die Erteilung der Spielgenehmigung für die Saison 2005/06 bangen muss.
Allein aus sieben dem kicker vorliegenden Verträgen geht eine Gesamtverpflichtung des 1. FC Eschborn in Höhe von 800 000 Euro hervor. Nach eigenen Angaben plant der Verein für die Regionalliga aber nur mit einem Etat von einer Million Euro. Bereits in der vergangenen Saison hatte der Aufsteiger nur mit Hilfe einer Millionen-Bürgschaft durch die Stadt die drohende Insolvenz abgewendet, nachdem im Geschäftsjahr ein Verlust von 800 000 Euro entstanden war. Um die Regionalliga-Lizenz zu erhalten, muss der Club einen Liquiditätsnachweis von 300 000 Euro erbringen. Ob die Stadt erneut als Geldgeber einspringt, ist offen.
In den vom kicker veröffentlichten Dokumenten wird das Ausmaß der Unregelmäßigkeiten offensichtlich. In dem offiziellen Vertrag, der dem DFB vorgelegt wurde, wurden einem Spieler monatlich 3800 Euro Brutto sowie Einsatzprämien von 200 Euro und Punktprämien von 100 Euro pro Spiel zugesagt. Laut einem Geheimvertrag erhielt der Spieler tatsächlich jedoch monatlich 3800 Euro Netto, einen Dienstwagen sowie eine Einmalzahlung von 5000 Euro. Zudem wurden ihm für den Aufstieg die Erhöhung des Gehalts auf monatlich 5000 Euro, der Einsatzprämie auf 200 Euro und der Punktprämie auf 133 Euro sowie ein Handgeld von 3000 Euro - alles Netto - zugesagt.
Der Vereinsvorsitzende Michael Kopp war am 30. Mai auf der Mitgliederversammlung abgetreten. Der Vorstand des Vereins wurde allerdings wegen einer fehlenden Kassenprüfung nicht entlastet.
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