Rio de Janeiro - Fußball-Weltmeister Brasilien hat sich mit einer Glanzleistung praktisch zur WM 2006 geschossen. Wir sind schon qualifiziert, jubelte Nationalcoach Carlos Alberto Parreira etwas voreilig nach dem 4:1 (2:0)-Heimsieg über Paraguay in Porto Alegre.
Zwar benötigt die Selecao noch drei Punkte aus den vier verbleibenden Spieltagen des Qualifikations-Turniers in Südamerika, doch Parreira stellte zufrieden fest: Wir sind zu 99,99 Prozent drin. Rechtzeitig zum Prestige-Duell mit Erzrivale und Tabellenführer Argentinien am 8. Juni in Buenos Aires, wo der Sieger das WM-Ticket endgültig löst, und vor dem Confederations Cup in Deutschland sind die Samba-Kicker nach mehreren mäßigen Vorstellungen offenbar wieder in Top-Form. Das war eine großartige Leitung, stellte die Zeitung Estado de Sao Paulo fest. Und Parreira tönte: Wir hätten viel höher gewinnen können. Unser Tormann Dida hatte nichts zu tun.
Zu gefallen wusste vor allem Ronaldo-Ersatz Robinho. Den 21 Jahre alten Wunderstürmer vom FC Santos bekam die gegnerische Abwehr nie in den Griff. Gut aufgelegt waren auch die anderen Stars um Kaka, Ronaldinho, Roberto Carlos und Ze Roberto vom FC Bayern München. Einziger Wermutstropfen: Ze Robertos Vereinskollege Lucio wurde in der 79. Minute wegen Foulspiels des Feldes verwiesen und darf nicht gegen Argentinien eingesetzt werden.
Beim siebten Sieg in 14 Qualifikations-Spielen trafen für den Rekord-Weltmeister vor 50 000 Zuschauern im Stadion Beira Rio Ronaldinho mit zwei Elfmetertoren (33./42. Minute) sowie Ze Roberto (71.) und Robinho (83.). Das einzige Tor der Gäste aus Paraguay erzielte Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz (73.)
Vor dem in ganz Südamerika mit Spannung erwartetem Duell der Giganten in Argentinien zeigte sich der sonst stets zur Vorsicht mahnende Coach Parreira ungewöhnlich angriffslustig. Wir wollen nun auch die Spitze der Tabelle erobern, und dazu wollen und müssen wir in Buenos Aires eine Top-Leistung erbringen, forderte er. Mit dem Sieg schob sich Brasilien (27 Punkte) bis auf einen Zähler an die Argentinier (28) heran. Die Gauchos, die auch am Confed-Cup teilnehmen, hatten zuvor mit einer B-Elf in Quito gegen Ecuador 0:2 verloren.
Die Andenkicker aus Ecuador belegen mit 23 Punkten Platz drei vor Paraguay (19) und sind ebenfalls klar auf WM-Kurs. Den fünften Platz, der zu einem Relegationsspiel gegen ein Team aus Ozeanien berechtigt, teilen sich Kolumbien, Chile und Uruguay mit jeweils 17 Punkten. Im hart umkämpften Turnier haben auch noch die letzten drei Teams Qualifikations-Chancen. Venezuela liegt mit 15 Punkten vor Peru (14) und Bolivien (13). Das südamerikanische Qualifikations-Turnier wird in einer einzigen Gruppe von zehn Teams nach dem System Jeder gegen Jeden mit Hin-und Rückrunde ausgetragen.
In Buenos Aires wird Ronaldo (der beim 3:1-Hinspielsieg gegen die Argentinier alle drei Tore seines Teams per Elfmeter erzielte) erneut fehlen. Der 28-Jährige wollte nicht beim Confed-Cup spielen und wurde daher auch von den Quali-Begegnungen ausgeschlossen und in Zwangs-Urlaub geschickt. Wir dürfen nun aber nicht überheblich werden und schon gar nicht denken, dass wir so gut gespielt haben, weil Ronaldo nicht dabei war. Wir planen mit ihm, stellte Parreira fest.
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