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Spiel gut, aber Nordstaffel fehlt Kontinuität | 2005-06-06


Leipzig - Sportlich im Aufwind, jedoch mangelhafte Noten beim Vereinsmanagement: Nach dem Abschluss der Saison 2004/2005 steht die Fußball-Regionalliga Nord vor einer Zerreißprobe.

Während sich die Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig und SC Paderborn für das Aufgehen ihrer sportlichen wie wirtschaftlichen Konzepte feiern lassen können, kämpfen einige der verbliebenen Mannschaften in der Sommerpause gegen Schwachstellen oder gar ums Überleben.

Ziel muss es sein, mit Kontinuität auf Drei- bis Vier-Jahres-Pläne hinzuarbeiten, sagte Klaus Reichenbach, Vizepräsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV). Nur so können die Vereine Durststrecken durchstehen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur . Mit aller Macht müsse beim Management vieler Vereine eine Verbesserung erzielt werden. Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken, sagte Reichenbach. Querelen in den Führungsetagen würden sich auch auf die Spieler übertragen.

Für Absteiger 1. FC Union Berlin ging es binnen zwei Jahren gleich zwei Ligen nach unten. Zwei der acht Trainerwechsel der Saison in der Liga gingen auf das Konto der Berliner. Wir haben vergessen, wo wir herkommen. Wir brauchen wieder mehr Stallgeruch, betonte Präsident Dirk Zingler. Der Verein habe versucht, mehr zu sein, als er sei. Wir müssen uns wieder auf unsere Identität besinnen, sagte Zingler.

Auf Grund ihrer finanziellen Schieflage stehen der FC St. Pauli und der KFC Uerdingen nach dieser Saison am Scheideweg. Die Hamburger müssen bis zum 10. Juni eine Liquiditätsgarantie in Höhe von 947 000 Euro beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) hinterlegen. Für Krefeld, wo das Insolvenzverfahren im Juni eröffnet werden soll, besteht nur wenig Hoffnung, den Lizenzentzug noch rückgängig machen zu können. 600 000 Euro fehlen dem früheren DFB-Pokalsieger zur Erfüllung der Auflagen. Sollte die Oberliga Realität werden, wird es unser Ziel sein, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen, betonte KFC-Vorstandschef Ralf Houben.

Sportlich ist die Liga in der jüngsten Zeit gewachsen, sagte Reichenbach. Die Spieler erzielten insgesamt 954 Tore, ein Durchschnitt von 2,8 Treffern je Partie. Torschützenkönig wurde Ahmet Kuru (Eintracht Braunschweig), der 24 Mal traf. Zu den 342 Spielen kamen 1 549 343 Zuschauer. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 80 009 Besucher mehr, allerdings spielten in der vorangegangenen Saison in der Staffel nur 18 Vereine.

Bei anderen Statistiken bescheinigte Reichenbach der dritten Liga jedoch schlechte Noten. Spielerisch hätten außer den Amateurmannschaften der Proficlubs auch die Ostteams enttäuscht. Der Chemnitzer FC hat nach dem knappen Verbleib in der Regionalliga bereits Schwachstellen ausgemacht. Ich hoffe, dass mehr Spieler mit Charakter in die Mannschaft kommen, sagte der scheidende Abwehrspieler Ulf Mehlhorn. Wir hatten eine Aufstellung, von der wir hofften, dass sie funktioniert. Es hat nicht geklappt, erkannte auch Präsident Frank Kapp.


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