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U 20 will nach 24 Jahren wieder WM-Titel | 2005-06-09


Enschede - 24 Jahre nach dem bisher einzigen Titel bei einer U-20-Weltmeisterschaft will die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erneut ganz oben stehen.

Brasilien und Argentinien sind die Favoriten, wir haben aber auch das Potenzial, um Weltmeister zu werden. Die Mannschaft befindet sich mit den Besten auf Augenhöhe und kann Ansprüche stellen, sagt DFB-Trainer Michael Skibbe vor dem Turnier in den Niederlanden. Auch ohne den torhungrigen Lukas Podolski vom 1. FC Köln wollen die DFB-Bubis die Titelkämpfe am liebsten mit einem Sieg im Endspiel am 2. Juli in Utrecht beenden.

Einfach wird es aber schon in der Gruppenphase nicht. Am 11. Juni treffen die Skibbe-Schützlinge in Enschede auf Ägypten, drei Tage später an selber Stelle auf die USA und am 18. Juni in Emmen auf den vierfachen Titelträger Argentinien. Es ist kein Fallobst dabei, sagt Skibbe und nennt Argentinien als Favoriten. Die USA und Ägypten hätten zudem gute Empfehlungen. Wir müssen unsere Gegner fortwährend beschäftigen, sonst fahren wir schneller nach Hause, als es uns lieb ist, sagt der Trainer.

Die Erst- und Zweitplatzierten der sechs Vierergruppen qualifizieren sich für das Achtelfinale. Zudem kommen die vier besten Gruppendritten in die Runde der besten 16 Mannschaften. Das wird in unserer Gruppe nicht passieren, weil sie ausgeglichen besetzt ist, meint Skibbe und fordert daher mindestens den zweiten Vorrunden-Platz. Bereits im Achtelfinale könnten Gastgeber Niederlande oder die Ballzauberer aus Brasilien warten. Alles hochrangige Hausnummern, aber machbar, sagt Skibbe.

Bislang war nach dem Titelgewinn 1981 unter Trainer Dietrich Weise in Australien allerdings nicht viel machbar für die deutsche U 20. Bei den zurückliegenden acht Titelkämpfen dieser Altersklasse schied die Auswahl jeweils spätestens nach dem Achtelfinale aus. Der aktuelle Jahrgang scheiterte vor einem Jahr bei der U 19-Europameisterschaft bereits in den Gruppenspielen.

Skibbe hält sein Team aber für konkurrenzfähig. Zum einen, weil in der Vorbereitung leistungsstarke Gegner wie Italien bezwungen wurden. Andererseits mache sich die Nachwuchsarbeit des DFB bemerkbar. Immer mehr junge Spieler sind in der Lage, frühzeitig im Profibereich Fuß zu fassen. Diese Erfahrungswerte sind gut für die WM, wir haben beste Voraussetzungen, meint der 39-Jährige.

Im Mönchengladbacher Senkrechtstarter Marcell Jansen sowie in Michael Delura (Schalke 04), Dirk Bröker (1. FC Köln), Christopher Reinhard (Eintracht Frankfurt) und Sebastian Freis (Karlsruher SC) stehen Skibbe unter anderen hoffnungsvolle Talente zur Verfügung. Neben Podolski, der mit der A-Nationalmannschaft beim Confederations Cup spielt, fehlen dem Coach allerdings Defensivspieler Lukas Sinkiewicz (1. FC Köln/Mandel-Operation) und Stürmer Mario Gomez (VfB Stuttgart/Bänderriss). Wir werden beide Spieler vermissen und müssen das jetzt kompensieren, sagt Skibbe.


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