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WM-Imagekampagne: Land der Ideen | 2005-06-14


Berlin - Der erste Standort fürs Land der Ideen, der Imagekampagne für Deutschland anlässlich der Fußball-WM 2006, ist bereits in Betrieb: Ein kleiner Stand in der Grand Central Station, dem größten Bahnhof von New York.

Dort flimmern den ganzen Tag über Fernsehbilder aus Germany - Land of Ideas über die Bildschirme. Fast unbemerkt ist auf der anderen Seite des Atlantiks die gemeinsame Werbeaktion von Wirtschaft und Politik für den Standort Deutschland angelaufen. Ihren Höhepunkt soll die Kampagne in genau einem Jahr erreichen, wenn der nächste Weltmeister ausgespielt wird.

Der Start im Stillen ist inzwischen fast schon typisch für eine Veranstaltung, die anfangs für viel Aufregung gesorgt hatte. Als im vergangenen Herbst die ersten Gedankenspiele für eine Image- Offensive zur Fußball-WM bekannt wurden, war bei CDU und FDP die Sorge groß, dass sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf diese Weise indirekte Wahlkampfhilfe verschaffen wolle. Auch der Vize des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Michael Rogowski, geriet als Ideengeber heftig in der Kritik.

Erst als sich Bundespräsident Horst Köhler zur Übernahme der Schirmherrschaft bereit erklärte und der von Rot-Grün geprägte Arbeitstitel FC Deutschland 06 fallen gelassen wurde, beruhigten sich die Gemüter wieder. Die Ankündigung des Kanzlers, noch in diesem Herbst neu wählen lassen zu wollen, hat die Kritik an dem Vorhaben jetzt endgültig verstummen lassen.

Bei der offiziellen Präsentation mit Innenminister Otto Schily (SPD) konnte Rogowski in Berlin verkünden: Das ist jetzt ein Projekt, von dem wir besten Gewissens sagen können, dass überhaupt keine Beeinflussung möglich ist. Und, fast noch wichtiger: Durch die geplante Neuwahl sei auch das Spendensammeln in der Wirtschaft gewiss nicht schwieriger geworden.

Bislang haben sich die deutschen Unternehmen mit der finanziellen Unterstützung arg zurückgehalten. Bis heute sind aus der Wirtschaft etwa 7,5 Millionen Euro zusammengekommen. Zu den Sponsoren gehören Firmen wie die Deutsche Telekom, die Lufthansa oder der Schraubenhersteller Würth. Mindestens 2,5 Millionen Euro fehlen noch, bevor die Bundesregierung dann ebenfalls zehn Millionen Euro freigibt. Die Summe, die die Initiative eigentlich zusammenbringen will, liegt aber um einiges höher.

Die Standort-Werber geben sich trotzdem sicher, dass das Geld reichen wird. Derzeit wird noch mit etwa 30 Unternehmen verhandelt, vom Mittelständler bis zum großen Konzern. Im Sponsorenkreis ist beispielsweise noch kein einziger Autohersteller dabei, was seinen Grund nicht nur am Exklusivvertrag des Weltfußballverbands FIFA mit dem koreanischen Hyundai-Konzern hat. Bei BMW beispielsweise wurde die Absage damit begründet, dass Fußball nicht zu den Kernsportarten gehöre.

Wegen der fehlenden Mittel wurde das erste Projekt bereits zusammengestrichen. Aus der Idee, im ganzen Land bekannte deutsche Erfindungen wie den Stollenschuh oder das Auto als übergroße Styropor-Modelle aufzustellen, wird wohl nichts. Die Produktschau soll jetzt nur auf Berlin begrenzt werden. Sonst ist der finanzielle Aufwand zu groß, sagt Innenminister Schily. Nun soll während der WM in der Hauptstadt ein Walk of Ideas (Weg der Ideen) mit allen Modellen entstehen.


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