Frankfurt/Main - Bundesinnenminister Otto Schily hat das Sicherheitskonzept für die Fußball-WM im kommenden Jahr in Deutschland als maßvoll bezeichnet. Zugleich schloss der SPD-Politiker die Unterstützung durch Sicherheitskräfte der NATO nicht aus.
Darüber entscheiden wir, wenn es so weit ist, sagte Schily in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau. Es gibt aktuell keine konkreten Hinweise auf Anschläge terroristischer Netzwerke, wir müssen aber wachsam bleiben. Entschieden wehrte sich der Innenminister gegen den Vorwurf des Übermaßes bei Kontrollen und Polizeieinsätzen. Die Kontrollen an den Stadien, die auch den Daten-Abgleich von Personalausweis und Eintrittskarte beinhalten können, dienen der Sicherheit der friedlichen Fans und sind doch keine Schikane, sagte Schily. Niemand rege sich auf, wenn bei einem Flug von Frankfurt nach New York das Ticket und zugleich der Pass kontrolliert werde. Selbstverständlich müssten die Polizeieinsätze so gestaltet werden, dass keine ungute Stimmung aufkommt. Ich habe immer dafür geworben, strikte Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, ohne dass die sportliche Stimmung darunter leidet.
Angesprochen auf die Sicherheitskosten bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen von 1,6 Milliarden Euro weigerte sich Schily, konkrete Zahlen für die WM zu nennen. Das wäre spekulativ und nicht seriös. Olympische Spiele seien kein Vergleichswert, sie haben einen anderen Charakter. Ohnehin sei der Gewinn aus der WM mit Sicherheit bei weitem höher als alle Aufwendungen, die zu leisten sind.
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