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DFB-Frauen dominieren die EM | 2005-06-16


Preston - Die Dominanz der deutschen Fußballerinnen bei der EM in England bringt die Konkurrenz zum Verzweifeln. Deshalb müssen die nüchternen Analysen von Tina Theune-Meyer den Gegnern schon wie verkappte Drohungen in den Ohren klingen.

Wir können viel besser spielen und haben unser Potenzial noch gar nicht ausgeschöpft, sagte die DFB-Cheftrainerin nach dem souveränen 4:1 (3:1) im Halbfinale gegen den über weite Strecken überforderten EM-Lehrling Finnland. Vor allem die mangelnde Chancenauswertung war Theune-Meyer vor ihrem letzten großen Finale in Blackburn ein Dorn im Auge: Wenn wir uns fürs Endspiel noch ein paar Tore aufgehoben haben, ist es aber in Ordnung.

Finnlands Trainer Michael Käld war bereits nach zwölf Minuten im Deepdale-Stadion von Preston restlos bedient. Da lag der Außenseiter durch zwei Gegentreffer von Inka Grings (3./12.) und Conny Pohlers (8.) schon mit 0:3 zurück. Das ungleiche Duell mit dem fünfmaligen Europameister war für den EM-Debütanten verloren, ehe es richtig begonnen hatte. Daran änderte auch das erste Gegentor für die Deutschen im Turnier durch Minna Mustonen (15.) nichts.

Fünf Sekunden nach unserer eigenen Ecke lag der Ball zum 0:1 bei uns im Netz. Unglaublich, wie schnell die Deutschen von Abwehr auf Angriff umschalten und umgekehrt. Alle Spielerinnen sind physisch sehr stark. Ich glaube, jede von ihnen kann den Ball 70 Meter weit schießen, lobte Käld den Titelverteidiger überschwänglich. Mit einem sympathischen Lächeln fügte er an: Nach den ersten zwölf Minuten haben wir 1:1 gespielt. Finnlands Spielerin des Jahres, Anne Mäkinen, war nicht minder fasziniert von der Power, Effektivität und Spielkunst der DFB-Elf: Manchmal ist es, als ob man gegen Männer spielt.

Dennoch zogen die Skandinavierinnen, die in der Heimat zurzeit gefeiert werden wie Popstars und durch ein angebliches Nackt-Video für Schlagzeilen sorgten, eine positive Bilanz ihrer EM-Premiere. Fürs erste Mal war das ganz gut. Wir sind ins Halbfinale gekommen, da kann man nicht enttäuscht sein. Ich bin sehr stolz auf mein Team, sagte der Coach. Er weiß nur einen Rat, wie der Weltmeister womöglich irgendwann zu schlagen ist: Man muss aus solchen Spielen lernen. Und alle Nationen müssen härter trainieren.

Falls es überhaupt eines Beweises für die beeindruckende Dominanz in Europa bedarf, hilft ein Blick in die Statistik: Die bis dato letzte Niederlage bei einem EM-Turnier kassierte die DFB-Elf im Juli 1993. Im Spiel um Platz drei unterlag man damals Dänemark 1:3. Seitdem stehen in den EM-Endrunden 1995, 1997, 2001 und 2005 in 19 Spielen 17 Siege und 2 Unentschieden zu Buche. Zählt man noch alle Qualifikationsspiele hinzu, ist der Nimbus der Unbesiegbarkeit erst recht nachvollziehbar: 42 Siege, 4 Remis und nur eine Schlappe (gegen Norwegen in der Qualifikation zur EM 1997) weist die Statistik aus.

Viele Experten in England fragen sich, ob die DFB-Elf, die tatsächlich noch nicht in Bestform spielte, überhaupt zu schlagen ist. Das zeigt sich im Finale, antwortete Theune-Meyer gelassen. Trotz aller Erfolge lässt sie keine Zweifel an ihrer Motivation und dem Erfolgshunger der Elf: Wir wollen die Goldmedaille - und besser spielen. Auf ihren näher rückenden Abschied sei sie vorbereitet, sagte TTM: Ich hatte genug Zeit, mich darauf einzustellen. Jetzt genieße ich einfach diese EM, und dass wir im Finale stehen.


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