Düsseldorf - Dem hoch verschuldeten Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund droht ein Rückschlag bei seiner Sanierung. Das Konzept zur Rettung des Vereins sei nur durch Betrug und arglistige Täuschung tausender Kleinanleger zu Stande gekommen, behauptet ein Anwaltskonsortium.
Mit einer Sammelklage und Strafanzeigen wegen Untreue und Betrugs haben die Anwälte rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen des Stadionfonds eingeleitet. Eine Sprecherin der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte den Eingang der Strafanzeigen.
Rechtsanwalt Jan-Henning Ahrens betonte, dass das Ziel der Schutz der Anleger des Stadionfonds und nicht ein Angriff auf den Fußball-Club sei. Die Rechtslage sei aber eindeutig und könne auch für den Club erhebliche Konsequenzen haben. Verein und Bank müssten den Anlegern endlich reinen Wein einschenken.
Borussia Dortmund hatte mit der Zustimmung der Fonds-Anleger zum Sanierungskonzept am 14. März in Düsseldorf die drohende Insolvenz in letzter Minute abgewendet. Nach Angaben der Anwälte sind den Anlegern aber sowohl die hohen operativen Verluste des Stadion-Hauptmieters Borussia Dortmund als auch ein Haftungsrisiko über 43 Millionen Euro verschwiegen worden. Die Anwälte drohen mit der Anfechtung und Rückabwicklung des Beschlusses zum Sanierungskonzept des BVB.
Schon im Prospekt für den Stadionfonds sei den Interessenten verschwiegen worden, dass der BVB in den ersten drei Geschäftsjahren seit dem Börsengang im Jahr 2000 operative Verluste von 77 Millionen Euro verbuchen musste. Von Mietrückständen im Herbst 2003 hätten die meisten der 5800 Anleger erst zwei Jahre später erfahren. Auch das vollständige Sanierungskonzept sei ihnen vorenthalten worden.
Die Zustimmung zum Sanierungskonzept sei durch Überrumpelung, Desinformation und absichtliche Täuschung erschlichen worden, sagte Rechtsanwalt Dietmar Kälberer. Inzwischen hätten 50 Anleger den Auftrag erteilt, per Klage gegen die Commerzbank-Töchter Molsiris und CFB Commerz Fonds vorzugehen.
Der BVB und die Commerzbank wären gut beraten, für ein faires Verfahren zu sorgen, anstatt auf die Verjährung der Ansprüche zu setzen. Die Anwälte verlangen nun außerordentliche Gesellschafter- Versammlungen von Molsiris und CFB, bei denen die Führung der Unternehmen ausgetauscht werden soll.
Borussia Dortmund teilte unterdessen mit, dass man sich von den Auseinandersetzungen zwischen Anlegern und Fondsgesellschaften nicht berührt sehe. Auch die im März mit den Gläubigern geschlossenen Vereinbarungen würden aus Sicht des Vereins nicht tangiert.
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