Frankfurt/Main - Auf den Tag genau zwei Jahre nach dem plötzlichen Herztod des Kameruner Nationalspielers Marc-Vivien Foé hat die FIFA die Einführung einer kardiologischen Unbedenklichkeitserklärung für alle Spieler der WM 2006 angekündigt.
Wir werden ein einheitliches Formular erstellen, das alle Verbände, die an der WM teilnehmen, ausfüllen müssen. Wir wollen unter anderem Standards ausgeben, was untersucht werden muss, sagte FIFA-Arzt Dr. Toni Graf-Baumann (Emmendingen) in Frankfurt/Main.
Einen Tag zuvor wurde durch den Tod des portugiesischen Profi-Fußballers Hugo Cunha vom Erstligisten Uniao Leiria die Notwendigkeit einer derartigen vorbeugenden Maßnahme auf tragische Weise erneut deutlich. Der 28-Jährige brach auf einem Sportplatz östlich von Lissabon tot zusammen. Vor eineinhalb Jahren war der ungarische Nationalspieler Miklos Feher von Rekordmeister Benfica Lissabon im Meisterschaftsspiel bei Vitoria Guimaraes nach einem Herzinfarkt gestorben.
Beim jüngsten Unglücksfall hatte nach Medienberichten Hugo Cunha in den Ferien mit Freunden in Montemor-o-Novo im Bezirk Evora gekickt. Der Mittelfeldspieler fühlte sich plötzlich übel, stürzte auf den Boden und erlitt einen Herz- und Atemstillstand. Inoffiziellen Angaben zufolge starb Cunha an Herzversagen. Der Mannschaftsarzt von Leiria sagte, bei dem Spieler seien zuvor nie Herzprobleme festgestellt worden. Insgesamt sterben weltweit jährlich 20 000 Menschen beim Sport am so genannten plötzlichen Herztod, betonte FIFA-Arzt Graf-Baumann.
Noch sei die Unbedenklichkeitserklärung nicht verbindlich, sagte FIFA-Kommunikationsdirektor Markus Siegler: Das scheint mir aber nur noch ein formeller Akt zu sein. Im Falle einer möglichen Herzerkrankung oder -schwäche - wie sie beispielsweise Deutschlands Nationalspieler Gerald Asamoah mit einem Geburtsfehler am Herzen hat - obliegt die endgültige Entscheidung zu spielen allerdings der Verantwortung der nationalen Verbände und des betroffenen Akteurs.
In der Unbedenklichkeitserklärung soll unter anderem aufgeführt sein, welche Untersuchungen bei dem Spieler bislang durchgeführt wurden, welche Diagnosen vorliegen und wie die Leistungsfähigkeit des Betroffenen einzustufen ist. Wir wollen darin auch sehen, ob die Risikofaktoren unter Kontrolle sind, sagte Graf-Baumann, nachdem er sich mit Kollege Wilfried Kindermann (Saarbrücken) über die Punkte der Erklärung verständigt hatte.
Eine derartige vorbeugende Maßnahme hätte vielleicht auch den Tod von Foé am 26. Juni 2003 im Confed-Cup-Halbfinale gegen Kolumbien verhindern können. Wenn er vorher sportkardiologisch untersucht worden wäre, wäre die Herzmuskelveränderung mit Sicherheit entdeckt worden und dann hätte man auf den Spieler einwirken müssen, keinen Leistungssport mehr auszuüben, sagte Graf-Baumann. Dem mit 28 Jahren verstorbenen Foé wird das diesjährige Halbfinale zwischen Argentinien und Mexiko an dessen zweitem Todestag gewidmet. Der Confederations Cup wird für immer mit dem Namen Foé verbunden sein, sagte Stiegler.
Ghana fordert Brasilien herausParaguays Trainer Ruíz vor dem AusBenitez wird neuer Coach in LiverpoolHenke neuer Trainer beim Absteiger SaarbrückenRummenigge kündigt Mega-Transfer anEcuador mit Mühe 4:3 gegen deutsche Studenten-ElfMainz plant mit Zidan - Ägypter hat Qual der WahlItalien Sieger im Finale Furioso - Tschechien rausHoffenheim stoppt durch 4:3 Stuttgarter SerieDirk Lottner: Ambitioniert gegen seinen FC1073 |
1258 |
1426 |
1007 |
1235 |
13170 |
13735 |
13358 |
13922 |
13619 |