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Schily bekräftigt Null-Toleranz-Strategie bei WM | 2005-05-14


Gelsenkirchen - Bundesinnenminister Otto Schily und der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens haben für die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ein kompromissloses Vorgehen gegen Randalierer und Hooligans angekündigt.

Wir lassen uns die WM nicht von Krawallmachern und Gewalttätern kaputt machen. Sie werden 2006 keine Chance haben, sagte Behrens in der Arena AufSchalke in Gelsenkirchen nach der Innenministerkonferenz der SPD regierten Länder zu Sicherheitsfragen. Das gesamte WM- Sicherheitskonzept soll am 25. Mai bei der Sondersitzung der Innenministerkonferenz in Stuttgart verabschiedet werden.

Schily und Behrens sowie der Vizepräsident des WM- Organisationskomitees, Horst R. Schmidt, und Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski hatten sich bei der Zusammenkunft mit Vertretern der NRW-Polizei am Samstag vor dem Bundesliga-Derby des FC Schalke 04 gegen Borussia Dortmund ausführlich über den Stand der Vorbereitungen zum Thema Sicherheit informiert. Schily äußerte sich danach zuversichtlich, dass wir eine friedliche, fröhliche und sichere WM haben werden.

Behrens machte deutlich, dass man eine Null-Toleranz-Strategie verfolgen werde. Trotzdem wollen wir gemäß dem WM-Motto Die Welt zu Gast bei Freunden für die Besucher aus dem In-und Ausland ein offener und toleranter Partner sein. Bundesinnenminister Schily lobte die gute Zusammenarbeit der Ordnungskräfte des Bundes und der Länder mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Auch mit den Innenministern der EU-Staaten stehe er in engem Kontakt. Bei allen Sicherheitsfragen würden nicht nur Bedrohungen durch Hooligans, sondern auch terroristische Gefahrenpotenziale berücksichtigt.

In das bereits weit entwickelte WM-Sicherheitskonzept fließen Erkenntnisse und Erfahrungen früherer Sport-Großveranstaltungen wie den Fußball-Weltmeisterschaften 1998 in Frankreich und 2002 in Japan und Südkorea sowie der Europameisterschaften in Belgien/Niederlande (2000) und Portugal (2004) ein. Auch die Organisation der Olympischen Spiele in Salt Lake City (2002), in Athen (2004) und des Champions- League-Finales 2004 auf Schalke dienten als Vorbild. In Salt Lake City ist es den Amerikanern gelungen, trotz des hohen Sicherheitsstandards eine glänzende Stimmung zu erzeugen, sagte Schily. Auch wir werden keine Kompromisse eingehen und alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um Ausschreitungen zu verhindern. Aber die Freude am Sportereignis muss erhalten bleiben.

Ein besonders sensibler Punkt bleibt das Ticketing. Schily verwies erneut darauf, dass die WM-Eintrittskarten personifiziert seien. Wer bei ebay ein Ticket ersteigert, ersteigert nichts. Er kann sich die Karte einrahmen, über das Bett hängen und bei der WM den Fernseher dazu einschalten, betonte der Bundesinnenminister. Horst R. Schmidt kündigte an, dass der DFB in Kürze Regularien bekannt mache, wie verfahren werde, wenn Besitzer von WM-Karten diese nicht selbst nutzen können und an andere Personen weiter geben wollen.


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